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1500 Flüchtlinge nach Bad Segeberg

Nachbarschaftshilfe 1500 Flüchtlinge nach Bad Segeberg

Schleswig-Holstein will spätestens ab Ende Juni bis zu 1500 Flüchtlinge aus Hamburg aufnehmen. Eine entsprechende Vereinbarung soll nach Darstellung beider Länder kurzfristig erarbeitet werden. Die Flüchtlinge sollen auf dem Gelände der früheren Lettow-Vorbeck-Kaserne (Levo-Park) untergebracht werden.

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Schleswig-Holstein nimmt bis zu 1500 Flüchtlinge auf.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel/Hamburg. Dort stehen bereits Wohncontainer. Sie sollen im April bezugsfertig sein. Offen ist, wie viel Hamburg zahlt. „Der Schulterschluss zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein zeigt, dass wir uns gegenseitig unterstützen, wie es sich für gute Nachbarn gehört“, sagte Innenminister Stefan Studt (SPD). „Ich freue mich, dass wir bei diesem Thema eine pragmatische und zielgerichtete Lösung gefunden haben“, ergänzte Innensenator Andy Grote (SPD). Sinn macht die Kooperation, weil in Schleswig-Holstein derzeit nur rund die Hälfte der mehr als 12000 Plätze in Erstaufnahmeeinrichtungen belegt ist und Hamburg dringend Quartiere braucht. In der Hansestadt, die nicht auf Kasernen zurückgreifen kann, seien die 21000 Plätze „weitestgehend“ besetzt, berichtete die Sprecherin der Koordinierungsstelle Flüchtlinge, Christine Kuhrt. Rund 8000 Flüchtlinge seien dabei in Hallen oder winterfesten Zelten untergebracht.

Hamburg hat seine Fühler nicht nur nach Schleswig-Holstein ausgestreckt. Die Hanseaten möchten im Wendland (Niedersachsen) bis zu 1000 Flüchtlinge einquartieren. Mit der Aufnahmeeinrichtung in Nostorf/Horst (Mecklenburg-Vorpommern) gibt es bereits seit 2006 einen Rahmenvertrag. Dort leben derzeit 200 Flüchtlinge aus der Metropole. Hamburg zahlt nach Angaben des Schweriner Innenministerium dafür neben Fixkosten für Miete und Bewachung einen Tages-Pauschalbetrag für jeden Flüchtling.

Studt und Grote kündigten an, in „enger Abstimmung“ ein Modell zum Verfahrensbetrieb und zur Kostenerstattung zu erarbeiten. Grundlage ist ein anderes Konzept als in Nostorf/Horst. So soll Schleswig-Holstein die Regie über die Asylsuchenden komplett übernehmen. Nach spätestens sechs Monaten sollen die Flüchtlinge in der Hansestadt zurückkehren und dort verteilt werden. „Wir schaffen damit eine gewisse Entlastung bei der Unterbringung im Rahmen der Erstaufnahme“, sagte Grote. Der Vertrag mit Schleswig-Holstein soll zunächst für zwei Jahre abgeschlossen werden. Wie stark Hamburg das Ausweichquartier in Schleswig-Holstein nutzen wird, ist offen, da auch in Hamburg derzeit niemand weiß, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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