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AfD-Chef warnt vor Rechtsruck

Nach Henkel-Rücktritt AfD-Chef warnt vor Rechtsruck

Für Hamburgs AfD-Chef Kruse ist der Rücktritt von Bundesvize Henkel ein Schlag ins Kontor. Eindringlich warnt er nun vor einem Rechtsruck in der Partei. Denn das könnte der Anfang vom Ende der AfD sein, befürchtet er.

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Der Fraktionsvorsitzende der AfD in der Hamburgischen Bürgerschaft, Jörn Kruse: Die AfD im Osten habe den Hamburger Wahlkampf und das Ergebnis belastet und mit zur Wiederauferstehung der FDP beigetragen.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Hamburg . Hamburgs AfD-Vorsitzender Jörn Kruse hat nach dem Rücktritt von Bundesvize Hans-Olaf Henkel vor einem Rechtsruck in der Partei gewarnt. Sollte sich der rechtsnationale Flügel um Sachsens Parteichefin Frauke Petry oder Brandenburgs AfD-Fraktionschef Alexander Gauland durchsetzen, hätte die Partei „kaum noch Chancen, Wahlerfolge für die AfD zu erreichen — vor allem in den westlichen Bundesländern“, sagte Kruse der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg hatte die AfD im Februar erstmals den Sprung in ein westdeutsches Landesparlament geschafft. Bei der nächsten Wahl am 10. Mai in Bremen steht die rechtskonservative AfD Umfragen zufolge derzeit mit fünf Prozent auf der Kippe.

Kruse betonte, er bedauere Henkels Rücktritt außerordentlich und hätte ihn gern davon abgehalten. Henkel, der in Hamburg geboren und aufgewachsen ist, habe im Wahlkampf erheblich dazu beigetragen, dass die AfD in die Bürgerschaft eingezogen sei. Zudem sei der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) mitverantwortlich dafür, „dass die AfD auch für bürgerliche Schichten und Unternehmer wählbar wurde, die durch die Töne einzelner Landtagswahlkämpfer im Osten (…) eher abgeschreckt wurden“.

Die AfD im Osten habe den Hamburger Wahlkampf und das Ergebnis belastet und mit zur Wiederauferstehung der FDP beigetragen, klagte Kruse. Sollte es nun Leuten wie Petry gelingen, den Bundesvorstand mehrheitlich zu besetzen, „sehe ich große Probleme für die weitere Entwicklung der Partei“, warnte Kruse. „Dann würde der Juni-Parteitag den Anfang vom Ende der AfD bedeuten können. Und die etablierten Parteien wären wieder unter sich.“

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