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Hartes Ringen um Geld für die Elite

Widerstand aus Hamburg Hartes Ringen um Geld für die Elite

Schleswig-Holstein setzt auf die neue milliardenschwere „Exzellenzstrategie“ für Spitzenforschung. Denn sie verspricht laut Wissenschaftsministerium durch die Übergangsfrist von der alten in die neue Förderrunde „beste Voraussetzungen“ für weitere Anträge der Hochschulen. Doch Hamburg schießt quer.

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Kiels Meeresforscher (hier bei einer Probenentnahme) gehören schon jetzt zu den Gewinnern der Förderung.

Quelle: hfr

Kiel. Sollten die Ministerpräsidenten am 16. Juni die Reform auf der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz aber nicht einstimmig verabschieden, gerät die Angelegenheit wieder in die Warteschleife.

 Die Anspannung ist groß. Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) hat Hamburg aufgefordert, den Widerstand aufzugeben: „Wir machen keine Lex Hamburg“, sagte sie in Interviews. Man könne sich lediglich über Zusatzabreden zur Ausführung unterhalten. Im künftigen Wettbewerb um die Fördertöpfe pocht die Hansestadt auf bessere Chancen für die eigene Universität. Wie berichtet, treibt Hamburg die Sorge um, dass am Ende stets die selben Universitäten an die Geldtöpfe herankommen. Dorn im Auge des rot-grünen Senats ist vor allem die Passage in der Neuauflage des Förderprogramms, dass die bisherigen Exzellenzuniversitäten im Wettbewerb mit möglichen Neuanträgen regelmäßig nach sieben Jahren evaluiert werden.

 Der Wettbewerb um das Förderprogramm mit jährlich 533 Millionen Euro Umfang soll laut Beschluss mit einer Ausschreibung im Sommer starten und 2019 in den Start der neuen Elite-Unis münden. Der Bund zahlt 75 Prozent der Summe, die Länder 25 Prozent. Die neuen Kriterien versprechen einen Millionen-Geldsegen zum einen für einige wenige Exzellenz-Universitäten, zum anderen für etwa 50 Forschungsverbünde, sogenannte Exzellenzcluster. Im Gegensatz zu Hamburg stieß dies fast überall, so auch in Schleswig-Holstein beim Wissenschaftsministerium und an der Kieler Uni, auf große Zustimmung. Prof. Lutz Kipp, Präsident der Kieler Uni, sprach von einer hervorragenden Basis, „mit der wir gut in die nächsten Jahre gehen können“. Dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft gerade zwei neue Sonderforschungsbereiche in Kiel, verbunden mit einer Förderung von zusammen 23 Millionen Euro für vier Jahre, bewilligte, stufte die Universität als „riesige Meilensteine in Richtung Exzellenzuniversität“ ein. Die Kieler Universität, die mit vier Anträgen für Exzellenzcluster ins Rennen gehen will, gehörte bereits in den vergangenen beiden Förderperioden mit 160 Millionen Euro zu den Siegern des Programms. Zum Verhalten Hamburgs hält sich das Wissenschaftsministerium bedeckt. „Es bleibt abzuwarten, welchen Weg Hamburg gehen will. Gegen die grundsätzliche Förderung nach Dynamik in beiden Förderlinien ist prinzipiell nichts zu sagen,“ sagt Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer, der die Hochschulen im Land im Wettbewerb gut aufgestellt sieht.

 Weggefallen ist in der künftigen Exzellenzstrategie jedoch die bisherige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses über Graduiertenschulen. Das Landeskabinett verabschiedete vor einigen Tagen nicht nur den Grundsatzbeschluss, die Spitzenforschung so dauerhaft weiter zu fördern. Es stimmte auch der Beteiligung am Nachwuchs-Förderprogramm für Universitäten und künstlerische Hochschulen und am Programm „Innovative Hochschule“ zu. In beiden Förderprogrammen sieht Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) „hervorragende Möglichkeiten, die Stärken des Wissenschaftsstandortes Schleswig-Holstein zu nutzen und sich erfolgreich zu beteiligen.“ Daran hingen Stellen und Drittmittel, aber auch ein Schub für Forschung, Lehre und Transfer.

 Das Land rechnet mit 20 bis 30 Professuren (Je Professur 118000 Euro im Jahr) durch zusätzliche Stellen im Nachwuchs-Programm. Mit der Einigung zum Programm „Innovative Hochschule“ setze man den Weg, die Fachhochschulen zu stärken, fort, ist Alheit vom Erfolg überzeugt. Hier fördert der Bund 90 Prozent, die Länder zehn Prozent.

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