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"Hatte Niederlage erwartet"

Grünen-Vorsitzender im Interview "Hatte Niederlage erwartet"

Die Grünen in Schleswig-Holstein haben eine neue Doppelspitze. Neben Ruth Kastner steht künftig der frühere Bundestagsabgeordnete Arfst Wagner dem Landesverband vor. Dabei hatte er damit gerechnet, bei der Wahl knapp zu verlieren, wie er sagt.

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Neuer Landesvorsitzender der Grünen in Schleswig-Holstein ist an der Seite der wiedergewählten Ruth Kastner der 61-jährige Arfst Wagner (r.).

Quelle: Markus Scholz/dpa

Kiel. Neuer Landesvorsitzender der Grünen in Schleswig-Holstein ist an der Seite der wiedergewählten Ruth Kastner der 61-jährige Arfst Wagner. Der Lehrer und Ex-Bundestagsabgeordnete setzte sich überraschend gegen zwei andere Kandidaten durch und gewann die Stichwahl gegen den Studenten Lasse Petersdotter. Wagner bekennt sich zur Koalition mit SPD und SSW. Von Bashing anderer Parteien halte er aber nichts, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Sie haben die Wahl auch gegen ihren Vorgänger Peter Stoltenberg gewonnen. Haben Sie mit Ihrem Erfolg gerechnet?

Ich habe damit gerechnet, knapp zu verlieren. Umso mehr freue ich mich, dass es geklappt hat.

Welche politischen Akzente wollen Sie setzen?

Ich komme aus der Sozialpolitik. Diese sehe ich in enger Verbindung mit einer Steuergesetzgebung, die von Grund auf erneuert werden muss. Im Bundestag saß ich im Bildungsausschuss, ich bin ja Lehrer. Meine Schwerpunkte hier sind Qualität und Demokratisierung des Bildungssystems mit mehr Mitspracherechten für Schüler und Studenten. Auch Europa- und Kulturpolitik sind wichtig für mich.

Wie zufrieden sind Sie mit der Koalition mit SPD und SSW?

Sie hat die politische Stimmung im Land bunter und wärmer gemacht. Das heißt nicht, dass wir nichts mehr zu tun hätten, aber der eingeschlagene Weg ist richtig.

Sehen Sie auch schwarz-grüne Perspektiven in Land und Bund?

Ich habe in jeder Partei tolle Leute kennengelernt, kann auch mit dem CDU-Landesvorsitzenden Ingbert Liebing sehr gut reden. Tendenzen bei der Union in der Migrations- oder Bildungspolitik teile ich ausdrücklich nicht. Es hängt immer von den Inhalten ab. Grundsätzlich kann ich mit jeder demokratischen Partei intensive Gespräche führen — mit Parteien-Bashing habe ich nichts am Hut.

ZUR PERSON: Wagner hat eine schillernde berufliche Laufbahn hinter sich. Er unterstützte in den 1980er Jahren die polnische Solidarnosc-Bewegung, war Rockmusiker, Krabben- und Muschelfischer, auch Polizist. Seit 1981 arbeitet er in Rendsburg als Lehrer. Von Juni 2012 bis Oktober 2013 vertrat er die Nord-Grünen im Bundestag.

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