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Finanzpaket mit Freudefolge

Hochschulen in Schleswig-Holstein Finanzpaket mit Freudefolge

Nein, so fröhlich hat man diese Runde auch noch nicht gesehen. Sämtliche Hochschulspitzen des Landes, Studierendenvertreter und nicht zuletzt Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) strahlten am Mittwoch im Landeshaus um die Wette. Monatelang hatte man in der Hochschulkommission um Geld und Zukunft gerungen.

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Die Hochschulen bekommen eine gehörige Finanzspritze.

Quelle: Jens Wolf/dpa

Kiel. Jetzt, wo die Zahlen auf dem Tisch liegen, setzte es Lobeshymnen: Von einem „tollen Tag“ war die Rede, von „Erleichterung“, „ehrlicher Freude“ und einer „Supernachricht“. Und auch historische Einordnungen blieben nicht aus: „Das ist die deutlichste Verbesserung für die Hochschulen im Land seit Beginn des Jahrhunderts“, befand der Präsident der Landesrektorenkonferenz, Werner Reinhart (Uni Flensburg), nicht ohne Augenzwinkern. Die wegen der Friesenhof-Affäre angeschlagene Ministerin nahm es lächelnd zur Kenntnis: Muss sie doch täglich mit der undankbaren Prophezeiung von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) leben, die „beste Wissenschaftsministerin des Landes zu werden, die dieses Land je hatte“.

Doch immerhin: Läuft alles so, wie finanziell jetzt geplant, dürfte bis zur Landtagswahl 2017 für Alheit zumindest Ruhe an der Hochschulfront herrschen. Die beschlossene Aufstockung der Grundfinanzierung der Einrichtungen um 25 Millionen Euro bis 2019 liegt nur knapp unter der Forderung der Hochschulen von 30 Millionen Euro. Dazu kommen 450 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt III, die bis 2023 zu verteilen sind. Viel Geld für neun Einrichtungen, die zwar allesamt unterfinanziert sind, aber auch sehr unterschiedliche Studierendenzahlen haben. Und deshalb profitieren die Häuser über den neuen Verteilungsschlüssel dann auch sehr unterschiedlich.

Am meisten Geld bekommt Kiel: Über 50 Prozent der Mittel fließen an Universität, Fachhochschule und Muthesius-Kunsthochschule. Spitzenreiter ist die CAU mit einer Quote von 40 Prozent. Das macht allein 180 Millionen Euro aus den Hochschulpakt-Mitteln und zehn Millionen aus der Grundfinanzierung. Wie entspannt es zwischen den stets um die Zuwendungen konkurrierenden Hochschulen gerade zugeht, zeigt Reinharts Äußerung, die Kieler Uni sei als einzige Volluniversität im Land das „Flaggschiff der Forschung“ und müsse deshalb mehr vom „Kuchen“ abbekommen als andere.

Doch die Finanzspritze ist dringend nötig: Das strukturelle Defizit der CAU beläuft sich auf 8,5 Millionen Euro. Zudem wird die Studierendenzahl ab 2016 mit dem doppelten Abitur-Jahrgang deutlich ansteigen. Die CAU will das Geld deshalb auch für Qualitätssteigerung in Forschung und Lehre einsetzen. Dabei kommt ihr entgegen, dass die Hochschulen ab sofort beginnen können, Stellen zu entfristen. „Wir haben einen Riesenschritt gemacht“, sagt Alheit. Und bekennt freimütig: „Jetzt können wir kurz durchatmen.“

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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