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Gute Noten für die Bildung

IQB-Studie Gute Noten für die Bildung

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) würdigte in einer Regierungserklärung ausführlich eine Schulstudie, in der Schleswig-Holstein gute Noten bekommt. CDU-Fraktionschef Daniel Günther rechnete gleichwohl hart mit der Schulpolitik ab und bekam einen Rüffel von den Grünen wegen ständiger Quengelei.

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Für Britta Ernst (SPD) belegt das Studienergebnis, dass die Landesregierung gute Bildungspolitik macht. Die Ministerin dankte auch den Lehrkräften für ihr Engagement.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Für Ernst war es ein Heimspiel. Die Ministerin verwies auf die Studie des Instituts zur Qualitätsverbesserung im Bildungswesen (IQB), nach der (wie berichtet) die Neuntklässler in Schleswig-Holstein zu den besten Schülern in Deutschland gehören. „Vor allem in Englisch, aber auch in Deutsch hat die Studie einen deutlich Lernzuwachs festgestellt“, lobte Ernst. Sie dankte den Lehrkräften, wertete die Ergebnisse aber auch als Beleg für eine „gute Bildungspolitik“, die auf ein zweigliedriges System aus Gymnasien wie Gemeinschaftsschulen setze und Schulfrieden geschaffen habe. Souverän benannte Ernst auch Defizite wie etwa den Geschlechterunterschied. „Die Leistungen der Mädchen sind deutlich besser als die der Jungen.“

 Günther konterte. Die Studie sei zwar ein „Lichtblick“, der auf das Konto der Lehrer gehe, eigne sich aber nicht für „bildungspolitische Jubelstürme“. Der Oppositionsführer legte mit Blick auf andere und teils umstrittene Schul-Studien eine lange Mängelliste vor. Die Einführung des Einheitslehrers gefährde die Bildungsqualität, bei der Inklusion gehe es der Regierung um die Quote und nicht um die Kinder. Die Zahl der Schulabbrecher sei hoch, die Lehrerversorgung in den Oberstufen schlecht, ein Verzicht auf Sitzenbleiben und Noten falsch, kritisierte Günther. „Die Koalition hat gewaltig an der Leistungsschraube gedreht, und zwar nach unten.“

 SPD-Fraktionschef Ralf Stegner keilte zurück, warf Günther vor, eine „postfaktische“ Retro-Rede gehalten zu haben. Er erinnerte mehrfach an die IQB-Studie und blickte zur CDU: „Es sind andere, die den Schulfrieden stören.“ Die Union wolle in den Gemeinschaftsschulen abschlussbezogene Klassen einführen und damit zurück zum dreigliedrigen Schulsystem.

"Zugabe!"

 Die Grüne Anke Erdmann gab Günther den Rest. Sie rückte einige Behauptungen gerade, erinnerte etwa daran, dass schon die Große Koalition unter Peter Harry Carstensen (CDU) Sitzenbleiben und Schulnoten beschränkt habe. Günther solle angesichts der Studie lieber applaudieren als zu jammern und zu maulen. „Sie quengeln nur rum.“ Am Ende bekam Erdmann stürmischen Beifall. Ein Koalitionsabgeordneter rief „Zugabe“.

 Daran kam auch die FDP-Schulexpertin Anita Klahn nicht vorbei. „Das Applausometer hat für Anke Erdmann gestimmt.“ Die Liberale hielt den Ball flach, empörte sich vor allem darüber, dass die Koalition umstrittene Reformen durchgesetzt habe und jetzt den „Schulfrieden“ ausrufe. Sorgen bereiten ihr leistungsschwache Schüler, die Texte nicht verständen. „Wer nicht lesen kann, wird es auf dem Arbeitsmarkt schwer haben.“

 Für die Piraten gratulierte Sven Krumbeck den Schülern zum IQB-Erfolg. Es falle aber immer noch zu viel Unterricht aus. Trotz der Fortschritte dürfe sich das Land nicht entspannt zurücklehnen, so Jette Waldinger-Thiering (SSW). Die Schulen in Schleswig-Holstein entwickelten sich aber in die richtige Richtung.

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