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Bürger sollen Zeichen gegen Gewalt setzen

Innenminister mahnt: Bürger sollen Zeichen gegen Gewalt setzen

Der Kieler Innenminister Stefan Studt (SPD) hat nach dem Attentat auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker an die Bürger appelliert, sich durch politisch motivierte Gewalt nicht einschüchtern zu lassen. „Die offene Gesellschaft ist in Gefahr. Wenn Menschen niedergestochen werden und wenn Häuser brennen, dann kann das eine grundsätzliche Angst bei der Bevölkerung schüren“, teilte Studt am Sonntag in Kiel mit.

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Der Kieler Innenminister Stefan Studt (SPD) hat nach dem Attentat auf die Kölner Oberbürgermeister-Kandidatin Henriette Reker an die Bürger appelliert, sich durch politisch motivierte Gewalt nicht einschüchtern zu lassen.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Kiel. Als Beispiel einer positiven Reaktion verwies er auf Flensburg, wo Bürger nach einem „feigen Anschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft“ ihr Herz in die Hand genommen hätten und auf die Straße gegangen seien. „Das ist der richtige Weg und das hat mir sehr imponiert.“

Der Innenminister zeigte sich tief ergriffen vom Attentat auf Reker: „Es ist eine abscheuliche und unfassbare Tat.“ Die Politikerin war am Samstag im Wahlkampf von einem 44-Jährigen mit einem Messer attackiert und schwer verletzt worden. Der Angreifer nannte fremdenfeindliche Motive — Reker ist als Kölner Sozialdezernentin für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Auch Politik dürfe sich durch derlei Gewalt nicht einschüchtern lassen, mahnte Studt.

Gleichzeitig warnte er davor, Flüchtlingsunterkünfte zu stigmatisierten Orten am Rande der Gesellschaft zu erklären. „Diese Menschen gehören in unsere Mitte.“ Studt hatte am Wochenende Erstaufnahmeeinrichtungen besucht und bilanzierte: „Die Lage ist insgesamt ruhig, die Verhältnisse sind geordnet.“ Die Zahl der Erstaufnahmeplätze solle aber weiter erhöht werden.

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Köln
Foto: Polizeipräsident Wolfgang Albers (l) und der Leiter der Direktion Kriminalität, Norbert Wagner (r) geben am Sonnabend im Polizeipräsidium in Köln (Nordrhein-Westfalen) eine Pressekonferenz zum Attentat auf die OB-Kandidatin Reker.

Noch weiß man nicht genau, was im Kopf des Kölner Attentäters vor sich ging. Doch die Ermittler halten Ausländerhass für ein Motiv. Ist die jüngste fremdenfeindliche Hetze mitverantwortlich?

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