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Daniel Günther kämpft für "Jamaika"

Interview Daniel Günther kämpft für "Jamaika"

CDU-Landeschef Daniel Günther will Ministerpräsident werden, doch auf der Suche nach den nötigen Partnern für eine Koalition zeigen sich erste Hürden. Im KN-Interview spricht er über die Verhandlungslage.

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Die drei Verhandlungsführer für eine Koalition haben ihr Ziel noch nicht erreicht (v.li.): Daniel Günther (CDU), Monika Heinold (Grüne) und Heiner Garg (FDP).

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. CDU-Chef Daniel Günther wirbt trotz erkennbarer Schwierigkeiten zwischen den Parteien weiter für eine Jamaika-Lösung. Am Freitag soll weiter verhandelt werden.

Herr Günther, ist die Jamaika-Krise größer als angenommen?

Es ist schon eine ernste Situation. Wir haben im Wirtschafts- und Verkehrsbereich noch einigen Dissens. Es ist immer schwierig, über Dinge neu zu verhandeln, die bereits geeint waren. Deshalb ist es aus CDU-Sicht wichtig, dass wir schnell zu einer Lösung kommen. Das Vertrauen ist da, aber Vertrauen allein reicht nicht. Man braucht auch den Willen, zu einer Lösung zu kommen, zu der man am Ende auch steht.

Der Dissens besteht vor allem zwischen Grünen und FDP.

Nein, der Dissens besteht zwischen allen. Das, was die Grünen an Nachverhandlungsbedarf anmelden, ist in Teilen auch von unserer Seite aus nicht akzeptabel. A 20, Fehmarnbelt: Das sind schon Formulierungen, die uns eine Zustimmung schwer machen, weil wir seit Jahrzehnten voller Überzeugung für diese für unser Land wichtigen Verkehrsprojekte eintreten. Formulierungen sind die eine Seite, aber in der Sache müssen wir in einem Koalitionsvertrag Klarheit schaffen, um nicht ständig neue Debatten während der Koalitionszeit führen zu müssen.
Gibt es weitere Punkte im Dissens?

Es sind schon eine ganze Menge Punkte: Das geht schon los mit gewerblicher Entwicklung in ländlichen Räumen. Aber A20 und Fehmarnbelt spielen eine herausgehobene Rolle.


Was passiert, wenn es zu Wirtschaft und Verkehr keine Einigung gibt?

Dann machen weitere Verhandlungen keinen Sinn.

Ist das Reiseunternehmen Jamaika am Ende zu groß?

Nein. Ich halte dieses Bündnis für unser Land für absolut perfekt. Wir sind in ganz vielen Punkten nah beieinander, so dass ich noch immer sehr beseelt davon bin, dass dieses Bündnis am Ende erfolgreich sein wird.
Falls die Verhandlungen am Ende doch scheitern sollten: Wie wäre es mit einer Tansania-Koalition aus CDU, Grünen und SSW?

Als CDU haben wir ein Interesse an einer stabilen Regierung. Jamaika hätte eine deutliche Mehrheit, und dafür werbe ich.


Ein Bündnis mit Grünen und SSW hätte zwei Stimmen Mehrheit. Jamaika hätte acht. Gibt es Signale Richtung SSW?

Wir haben zum SSW ein entspanntes Verhältnis. Ich habe mit Lars Harms seit der Wahl mehrere kurze Kontakte gehabt. Wir haben ein Interesse an einem guten Austausch miteinander. Aber ich mache mir über solche Optionen im Moment keine Gedanken.


Im Landeshaus werden die Stimmen dazu inzwischen lauter. Jeder darf so viel sprechen wie er will. 
Sollten alle Stricke reißen, käme auch eine Große Koalition in Frage. Wie abwegig ist das für Sie?

Abwegig sind für mich Neuwahlen. Das wäre gegenüber den Wählern total respektlos. Wir schließen nur eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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