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Israelreise: Torsten Albig zieht positive Bilanz

Politik Israelreise: Torsten Albig zieht positive Bilanz

Freundschaft und Kontakte mit Israel ausgebaut: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) zieht eine positive Bilanz seines Besuchs im Heiligen Land. Am Freitagabend geht es zurück nach Deutschland.

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Torsten Albig beendet am Freitag seine Israel-Reise.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Jerusalem. Tief beeindruckt hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) eine durchweg positive Bilanz seines dreitägigen Besuchs in Israel gezogen. Die persönlichen Kontakte und die Beziehungen seien ausgebaut worden, sagte Albig am Freitag in Jerusalem. Am letzten Tag seiner Reise informierte er sich über den Friedenskindergarten des YMCA und schaute sich im Israel Museum die Qumran-Rollen an, zu denen die ältesten erhaltenen biblischen Handschriften gehören.

„Es war eine sehr gute Reise“, sagte Albig. „Ich habe sehr inspirierende Bildungsprojekte kennengelernt, die uns auch bei Schulprojekten in Schleswig-Holstein helfen können.“ Die von ihm besuchten Einrichtungen — zwei Schulen und ein Kindergarten — lebten die Toleranz zwischen den Bevölkerungsgruppen und Religionen vor. Davon könne auch Deutschland für die Bewältigung seiner Integrationsprobleme lernen.

Auch die anderen Delegationsteilnehmer — Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack sowie die Parlamentarischen Geschäftsführer der Landtagsfraktionen von CDU und SPD, Hans-Jörn Arp und Birgit Herdejürgen — zeigten sich beeindruckt von den Versöhnungsprojekten. Im Friedenskindergarten im internationalen YMCA werden jüdische, christliche und muslimische Kinder gemeinsam betreut — jede Gruppe von jeweils einer arabisch und einer hebräisch sprechenden Erzieherin. Die Kinder sollen unbelastet von ethnischen oder religiösen Vorurteilen im Kindergarten aufwachsen.

Hier sehen Sie Bilder von der Israel-Reise des Ministerpräsidenten Torsten Albig.

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Albig kritisierte Antisemitismus und religiösen Hass. Am Donnerstag hatte die Delegation die Max Rayne Schule, die in ihren Klassen zweisprachig arabische und jüdische Kinder mit jeweils zwei Lehrern unterrichtet, besucht. Weitere Station war die katholische Schmidt-Schule im Ostteil Jerusalems, die unterprivilegierten palästinensischen ebenso wie christlichen Mädchen das deutsche Abitur ermöglicht. Im Gespräch mit Albig sagten fast alle der anwesenden Schülerinnen, sie wollten in Deutschland studieren.

„Mir ist nicht so bewusst gewesen, wie groß die Gefährdungen der Menschen in Israel in jedem Augenblick sind“, resümierte Arp. „Es ist klar, es wird die Zwei-Staaten-Lösung geben müssen“, sagte der CDU-Politiker. Aus allen Gesprächen sei aber deutlich geworden, dass eine solche Lösung nicht absehbar ist, meinte die Sozialdemokratin Herdejürgen. Dies sei politisch ernüchternd. „Gerade weil eine Zwei-Staaten-Lösung nicht absehbar ist, sind solche Versöhnungsprojekte wie in den besichtigten Einrichtungen um so wichtiger“, befand Bildungsstaatssekretär Loßack. „Ich glaube, Kinder, die in diesen Einrichtungen waren, werden nie aufeinander schießen.“

Ein Höhepunkt der Reise war ein Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Außerdem hob Albig sein Gespräch mit Staatspräsident Reuven Rivlin hervor, das sehr freundschaftlich gewesen sei. Bei einem Rundgang durch die Jerusalemer Altstadt am Donnerstagabend besichtigte Albig die Grabeskirche Jesu und zündete dort eine Kerze an. In der Altstadt ging er, begleitet von Sicherheitsbeamten, mit seiner Delegation durch das arabische und das jüdische Viertel mit Blick auf die goldene Kuppel des Felsendoms und die Klagemauer.

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Historie
Foto: Auch diese Gal-U-Boote des Typs "Dolphin" waren im israelischen Militär traditionell begehrt. Dieses befand sich 1999 auf dem Weg von HDW nach Israel.

Dass Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) diese Woche Israel besuchte, hat auch eine pikante historische Komponente. Schon vor der offiziellen Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Israel ab 1965 spielte Schleswig-Holstein für die militärische Aufrüstung Israels eine zentrale Rolle.

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