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Windkraft-Ausbau spaltet Schleswig-Holstein

KN/LN-Forsa-Umfrage Windkraft-Ausbau spaltet Schleswig-Holstein

Der Ausbau der Windenergie spaltet Schleswig-Holstein. Nach einer Forsa-Umfrage für Kieler Nachrichten und Lübecker Nachrichten befürworten 49 Prozent der Bürger den Bau weiterer Anlagen, fast eben so viele (47 Prozent) lehnen das ab.

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Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein: Häuser und Winkraftanlagen rücken spürbar näher zusammen: Sönnebüll im Kreis Nordfriesland.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) verteidigte die rot-grün-blauen Ausbaupläne. Sein Herausforderer Ingbert Liebing (CDU) schlug vor, die Mindestabstände zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung zu vergrößern.

 Die Einstellung zur Windkraft hängt laut Umfrage auch von Lebensalter und Parteipräferenz ab. Demnach sinkt die Zustimmung für den Ausbau der Öko-Energie von 62 Prozent bei jüngeren Menschen (bis 29 Jahre) auf nur noch 40 Prozent bei Senioren (ab 60 Jahre). Anhänger von FDP und Grünen stehen neuen Windkraftanlagen positiver gegenüber als Wähler von SPD oder CDU. Die Anhänger der AfD sind mehrheitlich gegen den Ausbau der Windkraft.

Forsa-Umfrage: Windkraft in Schleswig-Holstein
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 „Wir wollen weiterhin den Bau von Windanlagen auf rund zwei Prozent der Landesfläche konzentrieren“, sagte Albig. Die Vorranggebiete sollen im Sommer feststehen. „Wir nehmen aber die Sorgen sehr ernst, denn die Energiewende gelingt nur mit den Menschen, nicht gegen sie.“ Für Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sind Windanlagen zwar „umstritten“, aber besser als Atom- oder Kohlekraftwerke.

 Liebing warf Albig vor, mit seiner Wind-Planung (zunächst sieben Prozent der Landesfläche) unnötige Konflikte geschürt zu haben: „Die Umfrage zeigt, dass es für die Akzeptanz Grenzen gibt.“ Die CDU wolle den Sorgen begegnen. Dazu sollten Windkraftanlagen mindestens 1200 Meter (bisher 800) von einem Dorf und mindestens 500 Meter (bisher 400) etwa von einem Bauernhof im Außenbereich entfernt sein.

 Der Landesvorsitzende des Bundesverbandes Windenergie, Reinhard Christiansen, zeigte sich überrascht vom Umfrageergebnis: „Die Akzeptanz der Windkraft ist sehr groß, wenn die Bürger mitgenommen werden.“ Die Sprecherin des Bündnisses Gegenwind, Susanne Kirchhof, fühlte sich hingegen bestätigt: „Die Trendwende in der Stimmungslage wundert mich nicht. In Schleswig-Holstein sind immer mehr Menschen von immer größeren Anlagen betroffen.“

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KN/LN-Forsa-Umfrage
Foto: Ingbert Liebing, CDU-Landesvorsitzender: „Es ist an der Zeit, die Privilegierung der Windkraft im Baugesetzbuch zu streichen.“

CDU-Landeschef Ingbert Liebing will den Ausbau der Windenergie im Land drastisch drosseln und sorgt damit in der Branche für Aufregung. „Es ist an der Zeit, die seit 1997 gültige Privilegierung der Windkraft im Baugesetzbuch zu streichen und den Weg für echte Bürgerbeteiligung freizumachen“, sagte er am Donnerstag.

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