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Reaktionen von Freude bis Entsetzen

KN/LN-Wahlumfrage Reaktionen von Freude bis Entsetzen

Die Regierungskoalition registriert erleichtert bis erfreut: keine Wechselstimmung. Die CDU sieht einen Regierungswechsel mit „viel harter Arbeit“ in Reichweite. Die Ergebnisse der KN/LN-Forsa-Umfrage zur politischen Stimmung in Schleswig-Holstein werden je nach Lage(r) – auch im Netz – unterschiedlich interpretiert.

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Für einige könnte nach den Umfragewerten im Landeshaus das Licht aus- für andere angehen. Die KN/LN-Wahlumfrage wird in den Landesparteien heiß diskutiert.

Quelle: Uwe Paesler (Archivbild)

Kiel. Als „sehr ermutigend“ bezeichnet SPD-Landeschef Ralf Stegner das Umfrage-Resultat. „Wir könnten demnach mit den Grünen und dem SSW zusammen weiter regieren.“ Seine Partei will nun in allen Lebensbereichen auf das Thema Gerechtigkeit setzen. „Wenn wir ordentlich arbeiten, haben wir gute Chancen, bei der nächsten Landtagswahl stärkste Partei zu werden.“

Laut Umfrage würde bei einer Wahl am Sonntag die Regierungskoalition von SPD, Grünen und SSW auf 48 Prozent kommen. Richtig zulegen würden dabei aber nur die Grünen – von 13, 2 auf 16 Prozent. „Das ist eine super Wasserstandsanzeige für uns“, findet Grünen-Landeschefin Ruth Kastner.

Bei der Opposition kommt die CDU bei der Sonntagsfrage auf 28 Prozent, die FDP würde auf neun Prozent zulegen. „Selbst wenn CDU und FDP noch die AfD ins Boot holen würden, würde es für sie mit 46 Prozent derzeit nicht reichen“ konstatiert SSW-Sprecher Per Dittrich mit Genugtuung. Für den SSW rechnet er sogar mit fünf statt vier Prozent wie in der Umfrage. „Und dass Ingbert Liebing Spitzenkandidat der CDU ist, ist für uns ja so etwas wie ein Wahlgeschenk. Das Umfrageergebnis wird den Richtungsstreit zwischen Liebing und seinem innerparteilichen Kontrahenten Daniel Günther sicher weiter befeuern.“

Auf diesen Führungsstreit will man bei der CDU gar nicht eingehen – zumindest nicht öffentlich. Stattdessen wird Zuversicht verbreitet: „Ein Jahr vor der Wahl treiben Themen wie Verkehrs- und Bildungspolitik die Menschen mehr um als die Frage, wer Albigs Nachfolger wird“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther. Das Umfrage-Ergebnis für die Regierung ist für ihn jedenfalls „nicht berauschend“. 

Freudig-optimistisch äußert sich FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. „Die Umfrage zeigt, dass unser Wahlziel, ein Ergebnis über 10 Prozent zu erreichen, realistisch ist.“

Bitterkeit und Entsetzen herrscht dagegen bei den Piraten, die bei der Umfrage von 8,2 auf gerade einmal ein Prozent abgestürzt sind. Das sei, so sagt Fraktionsvorsitzende Patrick Breyer, für alle engagierten Piraten ein ungerechter Schlag ins Gesicht: „Es muss Schluss damit sein, dass wir Piraten die fleißigste Fraktion im Landtag sind, die Bürger davon aber nichts mitbekommen.“

AfD-Landessprecher Volker Schnurrbusch sieht seine Partei mit neun Prozent bei der Umfrage unterbewertet. „Wir sind uns sicher, dass wir zweistellig werden. Forsa schätzt uns immer etwas schlechter ein“, sagte Schnurrbusch beim Landesparteitag in Henstedt-Ulzburg. Der Ex-Landesvorsitzende Thomas Thomsen sieht das Umfrageergebnis in dem bundesweiten Trend zunehmender Akzeptanz begründet, nicht aber im Verdienst der AfD in Schleswig-Holstein: „Die ist ein Sammelbecken von Psychopaten, Chaoten, Unzufriedenen und Abgehängten.“

Mit KN-online-Redaktion

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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KN/LN-Wahlumfrage
Foto: Forsa-Umfrage ein Jahr vor der Wahl: Der schleswig-holsteinische Landtag würde sich nach den Ergebnissen ganz anders zusammensetzen.

Ein Jahr vor der schleswig-holsteinischen Landtagswahl liegen die regierende SPD von Ministerpräsident Torsten Albig und die oppositionelle CDU in der Wählergunst gleichauf. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von Kieler Nachrichten und Lübecker Nachrichten.

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