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Kapernaum-Kirche wird Moschee: Erster Spatenstich für Anbau

Religion Kapernaum-Kirche wird Moschee: Erster Spatenstich für Anbau

In der vor über zehn Jahren aufgegebenen Kapernaum-Kirche soll bald wieder gebetet werden. Eine islamische Gemeinschaft baut das Gebäude in Hamburg-Horn zu einer Moschee um. Ein großzügiger Sponsor gibt dem Projekt jetzt einen Schub.

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Die ehemaligen Kapernaum-Kirche wird zu einer Moschee umgebaut.

Quelle: Axel Heimken/Archiv

Hamburg. Der Umbau der Kapernaum-Kirche in Hamburg-Horn zu einer Moschee kommt voran. Mit einem ersten Spatenstich sollen am Montag (11.45 Uhr) die Arbeiten für einen Anbau beginnen. Er wird das nahezu ovale Kirchenschiff mit dem Turm verbinden und Seminar- und Waschräume beherbergen. Dieser Teil des Umbaus wird vom kuwaitischen Staat mit einer Million Euro finanziert. Das gesamte Projekt kostet rund 2,5 Millionen Euro, wie der Vorsitzende des Islamischen Zentrums Al-Nour, Daniel Abdin, sagte. Der stellvertretende Botschafter Kuwaits, Hamad Ali Alhazim, sowie Vertreter von Kirche und Politik werden zu der Zeremonie an der Baustelle erwartet.

Das Al-Nour-Zentrum hatte die Kirche Ende 2012 von einem Investor gekauft. Das Gebäude aus dem Jahr 1961 war bereits 2002 entweiht worden. Die evangelisch-lutherische Gemeinde hatte kein Geld für die erforderliche Sanierung. Pläne, die Kirche als Kita zu nutzen, zerschlugen sich. Sie stand gut zehn Jahre lang leer. Nun soll die Moschee im Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt sein. Bislang können die etwa 2500 Mitglieder des Islamischen Zentrums nur in einer ehemaligen Tiefgarage im Stadtteil St. Georg beten.

Die ehemalige Kirche steht unter Denkmalschutz. Die markanten bunten Glasfenstersteine sollen erhalten bleiben. Das Kirchenschiff verfügt bereits über eine neue Empore für Frauen und eine Gebetsnische für den Imam, die im Rohbau fertig ist. Der Boden soll mit Teppichen bedeckt werden. Seit dem Sommer glänzt auf dem Turm der goldene Schriftzug "Allah" in arabischer Schrift.

Die Nordkirche betrachtet den Verkauf der Kirche als Sonderfall. Seit 2007 gibt es eine Rechtsverordnung, wonach Kirchengebäude nicht an nicht-christliche Religionsgemeinschaften - mit Ausnahme der jüdischen Gemeinden - verkauft werden dürfen. Als die Verordnung erlassen wurde, war die Kapernaumkirche aber bereits im Besitz eines Hamburger Kaufmanns, der das Gebäude im Internet anbot.

Das Islamische Zentrum hat zahlreiche Gespräche mit Anwohnern und der evangelisch-lutherischen Gemeinde geführt. Dabei seien die Muslime auf viel Offenheit und Verständnis gestoßen, sagte Abdin. Ein Sprecher des Kirchenkreises Hamburg-Ost versicherte, die Gemeinde habe den Verkauf an das Islamische Zentrum von Anfang an positiv gesehen.

dpa

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