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Kein eigener Kanzlerkandidat?

Albig erzürnt die Genossen Kein eigener Kanzlerkandidat?

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat mit seinen Aussagen zur Kanzlerkandidatur 2017 wütende Reaktionen in der SPD ausgelöst. Zahlreiche Spitzengenossen machten am Freitag ihrem Unmut Luft. Von der Union erntete Albig Hohn und Spott.

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Torsten Albig polarisiert mit seiner Aussage über Angela Merkel.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel/Berlin. Grüne und Linke mahnten, die SPD dürfe ihren Anspruch als Volkspartei nicht aufgeben. „Der Gedanke ist völlig abwegig, dass die SPD ohne Kanzlerkandidaten in die Bundestagswahl 2017 gehen könnte“, sagte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Die SPD kämpfe für ein Ende der Großen Koalition mit Politik, Programm und Personal.„Dafür gibt es nur ein Wort: Quatsch“, sagte SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil. Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) nannte Albigs Aussagen „mittelschlau“. Die SPD-Linke Hilde Mattheis warf Albig ein „für einen Sozialdemokraten unwürdiges Verhalten“ vor.


Albig hatte in einem NDR-Interview erklärt, es sei schwer, gegen diese Kanzlerin 2017 zu gewinnen. Angela Merkel sei eine gute Regierungschefin für Deutschland: „Ich glaube, sie macht das ganz ausgezeichnet.“ Daher könne auch eine bloße Regierungsbeteiligung Wahlziel für seine Partei sein. Wenn Vizekanzler Sigmar Gabriel als Spitzenkandidat antrete, sei es daher fraglich, „ob die Bezeichnung Kanzlerkandidat noch richtig ist“.

Auch im Norden erntete Albig heftige Reaktionen. „Ich habe erst einmal tief durchgeatmet und gedacht, das ist ein Stück norddeutscher Humor“, sagte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner. „Bei aller Übereinstimmung, die wir sonst haben: In der Frage bin ich wirklich anderer Auffassung.“ Es könne nicht darum gehen, mit den Grünen darum zu wetteifern, wer der nächste Juniorpartner der Union wird. Wie klein will sich die SPD noch machen?“, fragte CDU-Fraktionschef Daniel Günther:  „ Für mich ist die Aussage von Albig ein Stück Selbstaufgabe.“ Dies werde weniger politischen Wettbewerb und mehr Politikverdrossenheit nach sich ziehen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki empfahl Albig, „angesichts seiner miserablen Umfragewerte auf eine Kandidatur für das Amt des Ministerpräsidenten zu verzichten“. CDU-Generalsekretär Peter Tauber spottete: „Die SPD soll sich keinen falschen Hoffnungen hingeben. Wenn Angela Merkel wieder antritt, dann für die CDU und nicht für die SPD.“ Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter warnte: „Auf eine eigene Kanzlerkandidatur zu verzichten, wäre die Selbstaufgabe einer einst stolzen Partei.“

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Ralf Stegner (rechts): Natürlich habe Albig damit Recht, dass die Kanzlerin populär und schwer zu schlagen sei.

Der Kieler Ministerpräsident Albig meldet sich nicht tagtäglich zu bundespolitischen Top-Themen zu Wort — aber wenn, dann haben seine Beiträge öfter Nachhall. So auch jüngste Bemerkungen über Wahlchancen eines SPD-Kandidaten gegen die übermächtige Kanzlerin.

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