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Tunnel wird nicht vor 2025 fertig

Fehmarnbelt-Querung Tunnel wird nicht vor 2025 fertig

Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels könnte sich um weitere Jahre verzögern. Darüber unterrichtete Landes-Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Donnerstag in Kiel seinen dänischen Amtskollegen Hans Christian Schmidt (Venstre). Grund sind mögliche „gravierende Planänderungen“.

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Der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels verzögert sich vermutlich noch.

Quelle: Femern A.

Kiel. Schmidt will die Hiobsbotschaft mit Politikern im dänischen Parlament besprechen, zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Königreich auch bei einer Fertigstellung des Tunnels nach 2024 an dem Projekt festhält. „Dänemark ist fest entschlossen, diese Querung zu bauen.“

In dem Spitzentreffen legte Meyer einen überarbeitenden Zeitplan vor. Demnach zeichnet sich ab, dass die dänische Baugesellschaft Femern A/S die Pläne für den Tunnel im laufenden Planfeststellungsverfahren (seit 2015) korrigieren muss, etwa mit Blick auf den Natur- und Umweltschutz. Bei deutlichen Änderungen müsste das Verfahren teils oder ganz neu aufgerollt werden. Folge: Der Planfeststellungsbeschluss (Baureife) würde sich um mindestens ein Jahr verzögern, also frühestens Mitte 2017 ergehen.

Im Anschluss erwartet Meyer, dass gerade Öko-Verbänden „mit einer Wahrscheinlichkeit von gegen 100 Prozent“ gegen das größte Verkehrsprojekt in Nordeuropa klagen. Mit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig wäre dann nicht vor 2019 zu rechnen.

Schmidt hörte mit versteinerter Miene zu, wie Meyer den neuen Zeitplan der Presse vorstellte. Gerechnet hatte er schon vorher: Bei einer Tunnelbauzeit von sechs bis acht Jahren wäre die Mega-Querung erst zwischen 2025 und 2027 fertig, und das aufgrund des aufwändigen Genehmigungsverfahrens in Deutschland. Dänemark hat seine Hausaufgaben gemacht und könnte demnächst die Bagger rollen lassen.

Schmidt hielt sich mit Kritik zurück. „Ich werde prüfen, welche Bedeutung der neue Zeitplan für uns hat“, sagte der rechtsliberale Politiker. Es stehe aber fest, dass Dänemark die Beltquerung wolle. „Die Planungen müssen allerdings so schnell wie möglich und so korrekt wie es eben sein muss zum Abschluss kommen.“ Meyer kündigte an, nach Kopenhagen zu reisen, um Abgeordneten des Folketings das komplizierte deutsche Planungsrecht zu erläutern. „Die Landesregierung steht hinter dem Projekt.“ Fortschritte gibt es bei den Planungen für die Hinterlandanbindung des Tunnels. Ab Mitte September will die Bahn ihre Pläne für den zweigleisigen Ausbau der Strecke nach Puttgarden vorstellen. Im Herbst soll der Planfeststellungsbeschluss für die Straßenanbindung ergehen.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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