21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Bundeswehr wird auch in SH aufgestockt

Mehr Personal Bundeswehr wird auch in SH aufgestockt

Die Bundeswehr steht auch in Schleswig-Holstein vor einer Trendwende. Nachdem die Truppe im Zuge der vergangenen Reformen vor allem im Norden immer weiter reduziert worden war, soll das Personal nun erstmals wieder wachsen.

Voriger Artikel
Albig spricht Reglementierung von NGOs an
Nächster Artikel
Flächensuche: Modell für Flüchtlingsunterkünfte startet

Die Bundeswehr in Schleswig-Holstein wird personell aufgestockt.

Quelle: Thomas Frey/ dpa

Kiel. Das geht aus den Plänen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hervor, die für die gesamte Bundeswehr einen zusätzlichen Bedarf von rund 14.000 Soldaten ermittelt hat. Von der geplanten Verstärkung der Marine sollen die Standorte Kiel und Eckernförde überdurchschnittlich profitieren.

„Es geht zunächst um die Aufstellung einer weiteren Bordeinsatzkompanie beim Seebataillon in Eckernförde“, bestätigte Fregattenkapitän Frank Martin vom Marinekommando. Diese Kompanie hatte zuvor auch Ursula von der Leyen bei der Vorstellung der neuen Personalplanung angekündigt. Das Seebataillon hat heute nur eine Bordeinsatzkompanie, die fast ausschließlich im Einsatz ist. Mit den neuen Anforderungen an die Bundeswehr und der Einführung der Fregatte 125 braucht die Flotte jedoch auch mehr Boarding-Experten. Auf jedem Schiff sollen ständig 25 Mann sein. „Darüber hinaus gibt es auch weitere Effekte, wie etwa bei den neuen Dienstposten für die Hafenwachen“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens. Auch wenn die Detailplanung noch nicht vorliegt – bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die neue Kompanie in Eckernförde etwa 250 Soldaten bekommt. Hinzu kommen 70 Soldaten einer deutsch-niederländischen Einheit. Dieses Kommando soll bei der Einsatzflottille 1 in Kiel oder in Eckernförde stationiert werden. Auftrag ist die Koordinierung der Einsätze der drei großen niederländischen Landungs- und Mehrzweckschiffe. Weitere Dienstposten sollen für die Hafenwachen, Feuerwehren und Sanitätsdienststellen nach Kiel und Eckernförde kommen.

Unterm Strich wird bis 2020 die Zahl der Marinesoldaten in Schleswig-Holstein um mehr als 500 ansteigen. „Das ist schon ein kleiner Schluck aus der Pulle“, sagt Gädechens. Auch der Kieler CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl begrüßte die Entwicklung: „Das ist eine grundlegende Wende. Die Marine hat eine besondere Aufgabe. Sie ist in allen Einsätzen eingebunden. Deshalb ist es auch nur natürlich, dass die Marine wieder wächst.“

Schleswig-Holstein war zuletzt von der 2011 eingeleitete Bundeswehrreform stark betroffen. Die Zahl der Dienstposten wurde von 26.000 auf 15.300 reduziert. Mit der Aufstockung des Personals geht auch eine Modernisierung der Standorte Kiel und Eckernförde einher. Bis 2020 werden rund 300 Millionen Euro in die beiden Häfen investiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Kommentar

Jahrelang waren Schleswig-Holsteins Bundeswehrstandorte der Steinbruch für jeden Strukturmeißel eines Verteidigungsministers. Ursula von der Leyen hat jetzt den Kurswechsel eingeläutet. Die Zahl der Soldaten soll wieder steigen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3