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Zoff um die Trasse

SuedLink Zoff um die Trasse

Zwischen Bayern auf der einen und Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg sowie Hessen auf der anderen Seite tobt ein neuer, heftiger Streit über eine geplante Stromtrasse von Nord- nach Süddeutschland. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wies am Montag heftige Kritik aus den Nachbarländern und dem Norden an einem neuen Trassenvorschlag aus München zurück.

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Zwischen Bayern auf der einen und Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg sowie Hessen auf der anderen Seite tobt ein neuer, heftiger Streit über eine geplante Stromtrasse von Nord- nach Süddeutschland.

Quelle: Patrick Seeger/dpa

München/Kiel. Dieser sieht vor, den sogenannten SuedLink nach Westen zu verschieben, womit beide Nachbarn deutlich stärker belastet würden. Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) sagte dazu: „Egal, was in Bayern gedacht, geredet oder geschrieben wird, es wird keine Verlagerung der Trassenführung gegen die hessischen Interessen geben.“ Auch aus Stuttgart kam Kritik.

Seehofer sagte zu der bayerischen Idee: „Das hat nichts mit Sankt-Florians-Prinzip zu tun, sondern mit einer vernünftigen Energiepolitik.“ Baden-Württemberg brauche den SuedLink ohnehin und habe diesen auch begrüßt. Nun gehe es nur darum, wo man einen Zweig nach Bayern führe. Und wenn man den SuedLink von der Nordsee nach Baden-Württemberg führen wolle, dann müsse dieser eben durch Hessen führen.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) rechnete vor, dass nach den bisherigen Plänen 400 Kilometer neue Stromleitungen in Bayern gebaut werden müssten und nur 100 in Baden-Württemberg. Durch die neuen bayerischen Vorschläge würde dies deutlich ausgewogener.

In einer am Wochenende bekanntgewordenen Stellungnahme zu den Netzausbauplänen der Bundesnetzagentur plädiert das bayerische Wirtschaftsministerium für die Verschiebung der Gleichstromtrasse nach Westen. Sie soll demnach nicht ins unterfränkische Grafenrheinfeld führen und von dort weiterverteilt werden, sondern direkt nach Baden-Württemberg — mit einem Zweig ins bayerisch-schwäbische Gundremmingen.

Auch im Norden erntet Seehofer bissige Kritik: „Es ist schwer erträglich, welche Verantwortungslosigkeit bei der CSU grassiert – immer schön nach dem Motto ’nicht in meinem Hinterhof’, sagte Energiewendeminister Robert Habeck. Die IHK Nord, der Zusammenschluss von elf Industrie- und Handelskammern, bezeichnete Seehofers Vorschlag als „Schildbürgerstreich“ und „Frontalangriff auf die Energiewende“.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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Kommentar

„Zwoa so riesige Stromleitunga durch unsa Bayern? Des kommt übahaupt ned in Froge!“ Ach, wie hat der Seehofer Horst – so oder ähnlich – gegen die beiden Mega-Gleichstrom-Trassen gewettert und gekämpft: gegen den sogenannten SuedLink auf der einen und gegen die Ost-Süd-Trasse auf der anderen Seite. Beide Milliarden-Projekte sind Voraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt. Auch die Bayern sind darauf angewiesen, dass in einigen Jahren, wenn ihre letzten Atommeiler vom Netz gehen, Öko-Strom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden gelangt.

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