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Im Wald kehrt keine Ruhe ein

Kita-Bauwagen Im Wald kehrt keine Ruhe ein

Ein Brief der Bauaufsicht des Kreises Plön sorgt bei Waldkindergärten im Norden für Ärger und Angst. Tenor des Schreibens: Bauwagen als Unterstände für Waldkita-Kinder dürften „keine Aufenthaltsqualität“ haben, ein noch vorhandener Ofen im Bauwagen der Waldkita Bokhorst „ist zu beseitigen."

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Freunde und Förderer des Waldkindergartens Bokhorst protestierten vor einigen Wochen gegen eine drohende Schließung der Einrichtung.

Quelle: Dirk Schneider

Kiel/Plön. Damit könne von einer unterdurchschnittlichen Brandgefährdung ausgegangen werden.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes Natur- und Waldkindergärten, Ute Schulte-Ostermann, ist entsetzt: „Wenn das die neue Linie des Landes sein sollte, dass wir Kindern im Wald keine beheizbaren Schutzräume mehr bieten können, würde dies das Aus für viele Einrichtungen bedeuten.“

 Der Sprecher des Kreises Plön, René Marquardt, beschwichtigt. Das Schreiben an die Untere Forstbehörde schaffe keine neuen Fakten für die Einrichtungen. Vielmehr bilde es lediglich einen Vorschlag des Kreises zur Erhaltung der Waldkita Bokhorst in Form einer „niedrigschwelligen Genehmigung“.

  Wie berichtet, ist die Bokhorster Einrichtung von einer Schließung bedroht, weil der als Schutzraum dienende Bauwagen im Wald diversen rechtlichen Anforderungen nicht genügt. Dabei geht es unter anderem um Sicherheitsabstände des Wagens zu altem Baumbestand oder Brandrisiken durch einen Ofen.

 Nach Einschätzung von Schulte-Ostermann sind aber noch etwa 30 weitere Einrichtungen im Norden von dem Genehmigungsproblem solcher Unterstände betroffen. Um Klarheit für alle zu schaffen, hatte das Land am 1. März Experten betroffener Ministerien und Waldkita-Vertreter zu einem Runden Tisch geladen.

 Der neue Regelkatalog ist nach Angaben des Innenministeriums fast fertig. Spätestens kommende Woche werde er an die Teilnehmer des Runden Tisches mit der Möglichkeit einer Stellungnahme verschickt. Ministeriumssprecher Patrick Tiede mochte zwar noch keine Eckpunkte des Entwurfes nennen, legte aber Wert auf die Feststellung: „Wir wollen die rund 200 Waldkindergärten im Norden nicht in ihrer Existenz gefährden.“ Dennoch seien rechtliche Klarstellungen nötig, um Gefährdungen von Kindern und Wäldern möglichst zu vermeiden.

 Schulte-Ostermann jedoch erwartet wenig Gutes von den neuen Regeln für die Waldkindergärten. „Wir befürchten, dass künftig die Betreuungszeit im Wald in Bauwagen ohne Wärmequelle für Kinder auf höchstens vier Stunden begrenzt wird.“ Damit sei aber eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Eltern nicht mehr gegeben. Außerdem könnten dann weder unter Dreijährige noch Kinder mit Handicaps im Sinne der Inklusion betreut werden.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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