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Grüne rücken von SPD ab

Kita-Geld Grüne rücken von SPD ab

Fünf Wochen vor der Landtagswahl gehen Schleswig-Holsteins Grüne in der Kita-Politik auf deutliche Distanz zu ihrem Koalitionspartner. Sie wollen keinen kompletten Verzicht der Elternbeiträge.

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Monika Heinold, die Grünen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Anders als die Sozialdemokraten, die in den nächsten zehn Jahren schrittweise zu einem Komplettverzicht von Elternbeiträgen kommen wollen (Kosten: schätzungsweise 150 Millionen Euro), setzen die Grünen auf bessere Betreuungsangebote sowie stärkere Elternrechte (Kosten: rund 100 Millionen Euro). Das dafür nötige Geld dürfe nicht auf Pump finanziert werden.

"Qualität hat Vorrang"

„Qualität hat Vorrang vor Beitragsfreiheit“, sagte die Grünen-Spitzenkandidatin Monika Heinold am Donnerstag. Drei Punkte gehörten gesetzlich verankert: 35 Millionen Euro wolle die Partei ins Management von Kindergärten investieren. Es gehe dabei unter anderem um Entwicklungsgespräche mit Mitarbeitern und Supervision. Beides benötige Zeit und Geld. In Schleswig-Holstein arbeiten aktuell knapp 18000 Erzieherinnen und Erzieher. Weitere 25 Millionen Euro sollten genutzt werden, um eine zuverlässige Nachmittagsbetreuung zu gewährleisten. Und zehn Millionen Euro seien nötig, um Einrichtungen ab 75 Kindern vormittags eine heilpädagogische Kraft zur Verfügung zu stellen.

In der Rushhour des Lebens

Die Grünen fordern darüber hinaus, die Familienzentren auszubauen (2,5 Millionen Euro) und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken (7,5 Millionen Euro). Um Eltern zu entlasten, plant der kleinere Koalitionspartner 20 Millionen Euro ein: Die Sozialstaffel solle landesweit vereinheitlicht und eine verbindliche Geschwisterermäßigung eingeführt werden. Darüber hinaus solle für Kita-Elternarbeit eine hauptamtliche Geschäftsstelle etabliert werden. „Kita-Eltern sind in der Rushhour ihres Lebens“, sagte Bildungspolitikerin Anke Erdmann. „Sie zahlen für die Betreuung ihrer Kinder einen wirklich hohen Preis, ohne dass es eingeübte Beteiligungsstrukturen gibt.“ Heinold formulierte es so: „Wir brauchen starke Eltern, um Kinder stark zu machen.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

80 Millionen Euro für mehr Bildungsqualität in Krippen und Kindergärten, 20 Millionen Euro zur Entlastung von Eltern, aber bitte zielgerichtet für Familien, die es wirklich nötig haben.

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