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Das Ministerium schaltet sich ein

Krankes Kind aus Berlin Das Ministerium schaltet sich ein

Die akute Personalknappheit an der Kinderintensivstation des Uniklinikums (UKSH) in Kiel beschäftigt jetzt das Sozialministerium. Nach Angaben von Staatssekretär Rolf Fischer (SPD), der auch Mitglied des Aufsichtsrates ist, besteht dringender Erklärungsbedarf.

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Sein Fall bewegt den Norden: Michelangelo bleibt eine lebensrettende Therapie derzeit versagt.

Quelle: hfr

Kiel. „Bis zum Jahresende erwarten wir einen Bericht, der Aufschluss über die Situation gibt und aus dem Handlungsanweisungen abzuleiten sind“, sagte er am Dienstag. Im Bericht müsse es um die aktive Nachwuchsförderung gehen, aber auch um die Situation von Arbeitnehmern – und um Maßnahmen, wie man die Teams verstärken kann. „Pflege bekommt von uns eine hohe Aufmerksamkeit.“

Hintergrund ist der aktuelle Fall eines lebensbedrohlich erkrankten Jungen aus Berlin, über den wir ausführlich berichteten. Dem sechsjährigen Michelangelo L. bleibt eine möglicherweise rettende Therapie am UKSH verwehrt, weil Betten und Pflegekräfte fehlen. Das Kind liegt seit drei Monaten im künstlichen Koma, doch schwere Krämpfe schädigen sein Gehirn weiter. In Kiel gibt es einen Experten, der sich mit der seltenen Erkrankung seit Jahren befasst.

Rahmenbedingungen müssen attraktiver werden

Ein Mangel an OP- und Intensivpersonal bestehe nicht nur in Schleswig-Holstein, sagte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD). Sie habe keine Hinweise darauf, dass in dieser Angelegenheit Finanzen eine Rolle spielen. „Die Personalsituation ist allerdings schwierig. Dass es zu Engpässen kommt, ist in dieser Situation absehbar.“ Es sei ihr Ziel, dass das UKSH im Norden auch weiterhin der medizinische Maximalversorger schlechthin sein müsse. Und klar sei auch, dass man dafür speziell ausgebildetes Personal benötigt. „Aber dafür haut man nicht mal eben auf den Tisch.“

Indes appellierte der Kieler Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl (CDU), alles zu unternehmen, um dem Kind doch noch eine Behandlung zu ermöglichen. Der Bund habe extra zusätzlich über 600 Millionen Euro jährlich für eine Verstärkung der Pflege in Krankenhäusern zur Verfügung gestellt. „Am UKSH muss deshalb daran gearbeitet werden, die Rahmenbedingungen für Pflege attraktiver zu gestalten und die Anzahl an Ausbildungsplätzen zu erhöhen.“

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Fall Michelangelo
Sein Schicksal bewegt den Norden: Michelangelo begeht heute auf der Intensivstation in Berlin seinen siebten Geburtstag.

Die Familie des schwerstkranken Michelangelo, die auf der Kinderintensivstation der Berliner Charité dessen siebten Geburtstag begehen wird, kämpft weiter um seine Verlegung ins UKSH Kiel. Michelangelos Mutter, 39, zurzeit krankgeschriebene Lehrerin, wacht jeden Tag am Bett des Jungen.

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