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Linke wollen Querelen hinter sich lassen

Kreisparteitag Linke wollen Querelen hinter sich lassen

Die Kieler Linken wollen die Neuaufstellung: Am Sonntag wählen sie die Hälfte ihres Vorstands neu. Kreissprecher Florian Jansen (38) stellt sich zur Wiederwahl. Dirk Voss (51) geht gegen ihn ebenfalls ins Rennen – mit Kritik an der bisherigen „wenig produktiven Arbeit“ des Kreisvorstandes.

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Florian Jansen stellt sich als Kreissprecher der Linken zur Wiederwahl.

Quelle: Christian Hiersemenzel

Kiel. Dass die 2007 gegründete Kieler Linkspartei keinen klassischen Vorstand mit Vorsitzenden hat, versteht sie als Beitrag, hierarchische Strukturen abzubauen: „Wir wollen damit dem Anspruch einer Partei neuen Typs gerecht werden.“ So besteht der Vorstand aus acht gleichberechtigten Mitgliedern, zwei davon übernehmen die Sprecherfunktion, quotiert eine Frau und ein Mann. Doch Meryem Tiras, die im April 2014 wie Jansen ins Sprecher-Duo gewählt wurde, hat sich nach Angaben aus der Partei schon lange aus der Vorstandsarbeit zurückgezogen. Kein Einzelfall: Jansen räumt ein, dass von den acht Mitgliedern derzeit lediglich noch drei aktiv sind, unterstützt vom ehrenamtlichen Geschäftsführer Björn Thoroe, der sich jetzt um den Posten eines Beisitzers bewirbt. Vom früheren Schatzmeister trennte man sich nach einem Streit vor Gericht, eine Frau aus dem Vorstand zog nach Berlin, eine andere trat zurück. Jetzt liegen neben Thoroes Bewerbung um einen Vorstandssitz die Kandidaturen von Svenja Bierwirth und Michael Schmöckel vor. Sollte Jansen, der als Favorit gilt, wiedergewählt werden, sieht er es deshalb in den nächsten Monaten als Hauptaufgabe an, die neuen Vorstandsmitglieder einzuarbeiten, um wieder aktiver in Erscheinung treten zu können. Konkurrent Voss will sich dafür einsetzen, mehr Themen auf die Agenda zu setzen, die die breite Masse beschäftigten.

Trotz interner Querelen hält Jansen, von 2008 bis 2013 Vorsitzender der Fraktion im Rathaus und heute ihr Geschäftsführer, die Arbeit der Linken in Kiel für „zwar nicht immer einfach, aber recht erfolgreich“: Die Partei unterstützte das erfolgreiche Bürgerbegehren zum Erhalt des Freibades Katzheide. Als einzige politische Partei in der Stadt warb sie für ein „Nein“ zur Ausrichtung der Segelwettbewerbe 2024 in Kiel – eine sehr erfolgreiche Kampagne aus Sicht der Linken, auch wenn sich die Kieler mehrheitlich für Olympia aussprachen, aber an der Absage aus Hamburg scheiterten.

Laut Vorstand ist es zudem gelungen, die Finanzen wieder zu ordnen, Karteileichen auszusortieren und trotzdem die Mitgliederzahl mit etwa 150 stabil zu halten. Beim Kreisparteitag wollen sich die Linken dafür stark machen, die Alte Mu für Künstler und Kreative zu erhalten: „Die Alte Mu ist ein ganz toller Freiraum und ein Treibhaus für innovative Ideen“, sagt Jansen. In einem Offenen Brief an die Stadt und die Sparkasse fordern sie zudem, das im April in der Sparkassen-Arena geplante Konzert der Band „Frei.Wild“ abzusagen. Die Band falle trotz der Distanzierung von Neonazis immer wieder durch ihre „rechts offenen Liedtexte“ auf, kündigt die Linke Protestaktionen an.

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