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Krisenstimmung in der Nord-CDU

Kanzlerin ist alarmiert Krisenstimmung in der Nord-CDU

Knapp sieben Monate vor der Landtagswahl am 7. Mai 2017 brodelt es in der Nord-CDU. Nach den miserablen Umfrageergebnissen für die Partei und den noch schlechteren Werten für Spitzenkandidat Ingbert Liebing befürchten viele Christdemokraten einen Verlust an Einfluss und Mandaten.

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Er gibt sich nach außen gelassen: CDU-Spitzenkandidat Ingbert Liebing.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Wackelt Liebings Stuhl jetzt doch? Im Landeshaus gab es am Donnerstag kaum ein anderes Gesprächsthema. Am Donnerstag kommt der geschäftsführende Landesvorstand in der Kieler Parteizentrale zur Krisensitzung zusammen.

 Angekündigt ist auch Bundesgeschäftsführer Klaus Schüler. Insider gehen davon aus, dass der Mann aus Berlin den Parteifreunden Hausaufgaben mit auf den Weg gibt. Kanzlerin Angela Merkel schaut mit Sorge Richtung Norden, weil die Schleswig-Holstein-Wahl als wichtiges Stimmungsbarometer gilt. Eine Woche später geht mit Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste Land an die Urnen, und im Herbst wählt ganz Deutschland einen neuen Bundestag.

 Hinter den Kulissen glühten am Donnerstag die Telefondrähte. „Für eine Revolution braucht man Mehrheiten“, hieß es. Im geschäftsführenden Landesvorstand traut man insbesondere Landtagspräsident Klaus Schlie und dem Bundestagsabgeordneten Johann Wadephul zu, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen. Mancher hofft, die beiden könnten Liebing sogar auffordern, den Weg für einen Neuanfang freizumachen. Schlie wollte sich vor der Sitzung nicht äußern. Wadephul war telefonisch nicht erreichbar. Hinter vorgehaltener Hand spekuliert mancher mit einer Doppelspitze aus Liebing und Fraktionschef Daniel Günther. Auch Wadephul selbst gilt als möglicher Ersatzkandidat.

 Nach einem in dieser Woche bekannt gewordenen Umfrageergebnis des Insa-Instituts sprechen sich nur neun Prozent der Wähler für Liebing als neuen Ministerpräsidenten aus. Damit konnte er sein mageres Ergebnis auch ein halbes Jahr nach einer Forsa-Umfrage unserer Zeitung nicht verbessern. Laut Insa kennen ihn 55 Prozent der Wähler gar nicht. Nur 26 Prozent halten ihn für kompetent.

 „Ich bin über die schlechten Ergebnisse erschüttert“, sagte Fraktionsvize und Vorstandsmitglied Katja Rathje-Hoffmann. „Das ist dramatisch wenig.“ Die Abgeordnete aus Norderstedt hat mit Platz 2 einen vergleichsweise sicheren Listenplatz. Dagegen bekommen manche Kollegen auf hinteren Plätzen und in unsicheren Wahlkreisen kalte Füße. 2012 hatte die Union noch 30,8 Prozent der Stimmen geholt und sich 22 Mandate gesichert. Derzeit liegt die Partei bei 26 Prozent. Damit könnten es fünf Sitze weniger werden.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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