16 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Für Kasper zeigt die Ampel grün

Land erhält die drei Bühnen Für Kasper zeigt die Ampel grün

Der Verkehrskasper in Schleswig-Holstein ist gerettet. Innenminister Stefan Studt (SPD) teilte mit, dass es für die Handpuppenbühnen ein neues Konzept gibt. Die Polizisten, die bisher in Kitas Theater spielen und schrittweise in den Ruhestand gehen, sollen durch Puppenspieler ersetzt werden.

Voriger Artikel
Frauke Petry muss sich eine neue Bühne suchen
Nächster Artikel
742 Millionen Euro zusätzlich fürs Land

Fast alle Kita-Kinder in Schleswig-Holstein haben mindestens einmal mit dem Verkehrskasper mitgefiebert.

Quelle: Uwe Paesler (Archivbild)

Kiel. Die Ausschreibung für die Kasper-Stellen läuft bereits. „Ich bin ein großer Befürworter des Verkehrskaspers“, sagte Studt. „Spätestens zum Beginn des neuen Schuljahres im Sommer sollen alle drei Puppenbühnen im Land wieder voll spielfähig sein.“ Die Puppenbühnen in Neumünster, Bad Oldesloe und Flensburg sollen weiter unter der Regie der Landespolizei auf Tournee gehen. „Auch wenn künftig mehr ziviles Personal für das Puppenspiel eingesetzt wird, bleiben weiterhin uniformierte Polizeibeamte der örtlichen Polizeidienststellen bei der Vorstellung ansprechbar“, erläuterte Studt. Es seien ohnehin diese örtlichen Beamten, die in der Folgezeit Kontakt zu den Kindern hielten, etwa in den Grundschulen. Dort ist die Polizei bei der Verkehrserziehung oder speziell dem Fahrradtraining im Einsatz.

„Die Handpuppenbühnen werden im neuen Schuljahr wieder zur alten Spielstärke zurückgeführt sein“, bilanzierte Studt. Bis dahin dürfte es allerdings einen ausgedünnten Spielplan geben. Wie berichtet gehen zwei Beamte der Bühne Neumünster Ende März in den Ruhestand. Sie hätten ihre Nachfolger gern noch eingearbeitet, ihnen die Tricks rund um Kasper, Hund Schnuffi, Ente Watschel und den „Straßenschreck“ gezeigt. Eine Fortsetzung des alten Modells, bei dem echte Polizisten die Puppen führen, kommt für das Innenministerium nicht in Frage. Die Puppen-Beamten auf insgesamt neun Stellen sollen in anderen Bereichen für Sicherheit sorgen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht in dem neuen Konzept eine Kompromisslösung. „Besser wäre es natürlich, wenn die Handpuppenbühnen weiter von Polizisten bespielt werden“, sagte der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger. Hauptsache sei aber, dass der Verkehrskasper erhalten bleibe und die Polizei Regie führe. „Sie hat die Fachaufsicht.“

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Versuche gegeben, die Puppenbühnen anders zu organisieren oder sogar einzustellen. Das war am Protest der vielen Kasperfans gescheitert, die mit den Handpuppen groß geworden sind. In Schleswig-Holstein haben fast alle Kita-Kinder (drei bis sechs Jahre) vor ihrer Einschulung mindestens einmal vor der Bühne mitgefiebert und so oft erstmals Kontakt zur Polizei gehabt. Das soll sich mit dem neuen Konzept nicht ändern. Der Kasper soll in jeder Kita im Norden binnen drei Jahren mindestens einmal vorbeischauen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

Mehr zum Artikel
Präventions-Arbeit
Der Polizeikasper ist zu Gast in der Grundschule Dänischenhagen – zum letzten Mal.

Kasper ist in die Jahre gekommen. Genau genommen ins 63. Dienstjahr. Zeit für die Rente? Es scheint so, denn Ende März wird es den Polizeikasper der Polizeidirektion Neumünster nicht mehr geben. Damit ist nach der Flensburger die zweite der drei Polizeibühnen in Schleswig-Holstein verschwunden.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3