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Bauernverband bekräftigt Kritik

Landesnaturschutzgesetz Bauernverband bekräftigt Kritik

Nicht zielführend, Eingriff ins Eigentum, Abkehr vom Vertragsnaturschutz: Die geplanten Änderungen am Landesnaturschutzgesetz erzürnen den Bauernverband. Ihrem Ärger wollen Landwirte jetzt Luft machen – mit einer Demo am kommenden Dienstag in Kiel.

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Sie kritiseren das geplante Gesetz: Klaus-Hinerk Baasch (v. l.; Jagdverband), Hans-Caspar Graf zu Rantzau (Waldbesitzerverband) und Werner Schwarz (Bauernverband).

Quelle: Frank Peter

Kiel. Neue Runde im Streit um die geplante Novelle des Landesnaturschutzgesetzes: Der Bauernverband Schleswig-Holstein lässt in seiner aktuellen Stellungnahme kein gutes Haar an dem Gesetzesvorschlag des Umweltministeriums. Statt Naturschutz gemeinsam mit den Landwirten werde Naturschutz nun von ganz oben verordnet, sagte Bauernverband-Präsident Werner Schwarz gestern in Kiel. Unterstützung erhält er dabei auch vom Landesjagdverband, dem schleswig-holsteinischen Waldbesitzerverband und der Arbeitsgemeinschaft des Grundbesitzes.

Hauptkritikpunkte sind unter anderem die geplante Wiedereinführung des Vorkaufsrechts des Landes für ökologisch besonders wertvolle Naturflächen sowie die Lockerung des Betretungsverbotes auf nicht bestellten Flächen. „Gerade die Änderung beim Vorkaufsrecht sehen wir als problematisch an, da sie einen massiven Eingriff in die Erwerbschancen der Bauern darstellt“, sagt Schwarz. Auch die zeitweise Aufhebung des Verbotes, abgeerntete Felder zu betreten, sorgt für Unmut: „Nur wenige der Spaziergänger sind heute noch in der Lage, eine bestellte von einer unbestellten Fläche zu unterscheiden“, so Landesjagdverband-Präsident Klaus-Hinnerk Baasch. Außerdem werde der Ruhe- und Rückzugsraum des Wildes dadurch gefährdet.

Obwohl Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zunehmend ein rauer Wind entgegen weht, hält er an der Novelle fest: „Schleswig-Holstein wird immer intensiver genutzt.“ Straßenbau, Gewerbegebiete, Ausbau der Windenergie oder Intensivierung der Landwirtschaft hätten das Land verändert. „Darunter leidet die Artenvielfalt. Wir brauchen ein Gegengewicht zu der immer intensiveren Nutzung. Das gehört zu einem angemessenen Ausgleich zwischen dem Nutzen und dem Schützen.“

Dienstag befasst sich das Kabinett zum zweiten Mal mit dem Gesetzentwurf, der im Frühjahr in die Verbandsanhörung gegangen war. „Unsere Anmerkungen fanden keine Berücksichtigung im jetzigen Entwurf“, kritisiert Schwarz und kündigt parallel zur Sitzung eine Demonstration der Bauern mit dem Motto: „Wir machen Naturschutz – freiwillig – selbstständig – verlässlich“.

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Ein Artikel von
Jana Ohlhoff
Lokaldesk

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