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Hitziger Streit um Besoldung der Lehrer

Landespolitik Hitziger Streit um Besoldung der Lehrer

Die neue Lehrerbesoldung, die im Landtag Anfang kommenden Jahres verabschiedet werden soll, stößt bei Vertretern von Gewerkschaften und Lehrerverbänden durchweg auf Ablehnung. Nach der Gewerkschaft GEW drohte am Donnerstag auch der Philologenverband mit einer Klage.

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Sollen Lehrer unterschiedlich viel verdienen? Die Gewerkschaften wehren sich dagegen.

Quelle: dpa

Kiel. „Eine gerichtliche Auseinandersetzung wird dieses Gesetz kippen“, sagte der Vorsitzende Helmut Siegmon bei einer gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und Finanzausschusses im Landeshaus. Der Konflikt entzündet sich in erster Linie daran, dass reine Grundschullehrer trotz vergleichbarer Ausbildung weniger Geld bekommen sollen als ihre Kollegen an Gemeinschaftsschulen. Dort neu eingestellte Pädagogen sollen künftig ein Gehalt der Eingruppierung A13 beziehen, also anfangs rund 3650 Euro brutto. Grund- und Hauptschullehrer, die an Gemeinschaftsschulen arbeiten, verdienen bislang A12, was einem Einstiegsgehalt von 3260 Euro entspricht. Sie sollen binnen der nächsten acht Jahre schrittweise auf A13 befördert werden, sofern sie eine Fortbildung nachweisen können. Reine Grundschullehrer verbleiben auf A12.

DBB: Keine Zwei-Klassen-Abschlüsse

„Es gibt keinen Masterabschluss erster und zweiter Güte“, sagte Anke Schwitzer vom Beamtenbund DBB. Finanzielle Bedenken der Landesregierung seien kein Grund für Ungerechtigkeiten. Ihr DGB-Kollege Olaf Schwede pflichtete ihr bei. „Niemand würde auf den Gedanken kommen, einen Juristen im Innenministerium anders zu bezahlen als im Energiewendeministerium. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit.“ Zumal es auch eine gleichstellungspolitische Dimension gebe: 91 Prozent der Pädagogen an Grundschulen seien Frauen.

CDU kritisiert grundlegend

Der Abgeordnete Kai Vogel (SPD) bedauerte, dass man nicht alle Ziele auf einmal umsetzen könne. Andererseits sei die Lehrertätigkeit an unterschiedlichen Schularten auch nicht exakt gleich. In Streifenwagen würden Polizeibeamte auch unterschiedlich bezahlt. Diesen Vergleich allerdings wollten die Interessensverbände nicht gelten lassen. Die CDU forderte einen Neustart. „Ich habe noch nie erlebt, dass eine Landesregierung von wirklich allen Nutznießern eines 30-Millionen-Projektes derart kritisiert wird“, betonte der Abgeordnete Tobias Koch.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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Weiterführende Schulen
Foto: „Alle neuen Lehrkräfte an weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein werden künftig als Einstiegsgehalt A13 bekommen“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch bei der ersten Beratung eines entsprechenden Gesetzentwurfs im Landtag.

Nach der Schulreform geht Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ernst die Besoldung der Lehrer an. Kostenpunkt 30 Millionen Euro. Draußen vor bleiben die Grundschullehrer. Denn: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt nur an weiterführenden Schulen.

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