18 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Mit dem Handy lernen

Landespolitik Mit dem Handy lernen

Störenfried Mobiltelefon? Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat am Mittwoch im Landtag darauf hingewiesen, dass sie ein generelles Handyverbot an Schleswig-Holsteins Schulen für rechtswidrig und unverhältnismäßig hält.

Voriger Artikel
Minister fordert klare Regeln gegen Missbrauch von Werkverträgen
Nächster Artikel
Die Last mit den Altlasten

Hält Komplettverbote von Handys nicht für sinnvoll: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Britta Ernst.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Kiel. In der Medienpädagogik sehe sie allerdings Nachholbedarf. Nach einer landesweiten Studie des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen meinen 60 Prozent der Einrichtungen, dass die konkrete Mediennutzung noch verbesserungsfähig ist.

Die Piraten-Fraktion hatte das Thema Handynutzung an Schulen zum Tagesordnungspunkt gemacht und sich dabei auf ein Gutachten des landtagseigenen Wissenschaftlichen Dienstes gestützt: Die Landesregierung solle alle Schulen darüber informieren, dass Passagen in der Schulordnung für ein generelles Handyverbot juristisch nicht tragfähig seien. Die Ministerin solle die Schulen darüber hinaus auffordern, umgehend ein medienpädagogisches Lern- und Lehrkonzept zu entwickeln. „Schule als Lernort kann nur gelingen, wenn wir aus ihr keine weltfremde Welt machen“, sagte der Piraten-Abgeordnete Sven Krumbeck.

Vertreter von SPD, CDU und FDP reagierten ablehnend: Die Schulen stünden vor ganz anderen Aufgaben. Heike Franzen (CDU) räumte jedoch ein, dass nach einer wissenschaftlichen Erhebung aus dem Jahr 2013 etwa 97 Prozent der 14- bis 65-Jährigen ein Handy besitzen. „Die entscheidende Frage ist, wie man in der Schule damit umgeht.“

Unterstützung kam von SSW und Grünen. Moderne Smartphones könnten im Unterricht wie kleine Computer genutzt werden, sagte Jette Waldinger-Thiering (SSW). „Viele verkennen ihren Nutzen.“ Ähnlich beurteilte es Anke Erdmann (Grüne). Bei allen berechtigten Bedenken vor Cybermobbing und Konzentrationskillern: Wenn man Schülern die Aufgabe stelle, Lessings „Emilia Galotti“ per WhatsApp kommunizieren zu lassen, würden Deutschunterricht und Digitalkommunikation elegant verknüpft. „Es geht darum auszuhandeln, in welcher Kultur wir leben wollen.“ Das Thema wird im Bildungsausschuss weiterverhandelt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3