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Rückkehr von Transitflüchtlingen befürchtet

Landespolitik Rückkehr von Transitflüchtlingen befürchtet

Der Norden steht vor einer neuen gewaltigen Herausforderung in der Flüchtlingskrise: Schweden rät Asylsuchenden dringend von einer Einreise ab, deshalb wächst in Schleswig-Holstein die Sorge vor einer Schließung der Grenzen. Das Landesinnenministerium hat einen Notfallplan aufgestellt, Feuerwehren und Hilfsorganisationen sind in Alarmbereitschaft.

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Der schwedische Minister für Justiz und Migration, Morgan Johansson, sagt Schweden habe die Grenzen des Machbaren erreicht.

Quelle: dpa

Kiel/Stockholm. In Kiel und Lübeck werden Notunterkünfte für Transitflüchtlinge vorbereitet, 5000 Schlafsäcke und 5000 Hygienesets stehen bereit. „Wir haben die Grenzen des Machbaren erreicht“, sagt Schwedens Migrationsminister Morgan Johansson. Sein Land könne Flüchtlingen nicht länger eine Unterkunft garantieren. Neuankömmlinge hätten die Wahl, entweder nach Dänemark oder Deutschland zurückzukehren oder sich selbst eine Unterkunft zu suchen. 1500 Flüchtlinge würden pro Tag in Schweden ankommen. „Wir sind in einer sehr dramatischen Situation, die in den vergangenen Tagen noch sehr viel dramatischer geworden ist“, so Johansson. Er hofft, dass seine Aussagen einen „dämpfenden Effekt“ auf den Flüchtlingsstrom haben.

 In Rostock sollen nach Angaben der schwedischen Einwanderungsbehörde 5000 Menschen auf einen Transfer warten. Die Stadt selbst bestätigt die Zahl nicht. Sie zählt jeden Tag 2000 Flüchtlinge, die zu betreuen seien. Laut Bundespolizei können in Rostock nur 300 Menschen an Bord der Fähre nach Schweden genommen werden. In Lübeck ist das Kontingent mit 50 Plätzen deutlich kleiner. In Kiel sollen ab Montag ebenfalls nur noch 50 Flüchtlinge die Passage antreten können – bislang waren es zwischen 60 und 75 Personen, in Spitzenzeiten bis zu 200. Die Folge: „In der vergangenen Nacht waren gut 500 Menschen in der Kieler Notunterkunft untergebracht“, sagte eine Stadtsprecherin. Im Rathaus rüstet man sich für den „Tag X“. Neben der Markthalle soll das ehemalige „C&A-Gebäude“ bis mindestens 13. November als Unterkunft genutzt werden. Kiel hat 800 Plätze, in Lübeck sind am Freitag 1000 Schlafplätze eingerichtet worden.

 Innenminister Stefan Studt (SPD) setzt darauf, dass Schweden bei der Aufnahme von Flüchtlingen weiterhin unter humanitären Gesichtspunkten handelt: „Es ist wichtig und ein Gebot der Stunde, dass der bisherige Weg der gemeinsamen Verantwortung fortgesetzt werden kann.“

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