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Landesrechnungshof: Tatort ist zu teuer

Kiel Landesrechnungshof: Tatort ist zu teuer

Der Landesrechnungshof (LRH) macht in seinen Jahresbemerkungen einige Vorschläge, wo und wie das Land Geld sparen könnte - etwa effizienterer Lehrer-Einsatz und billigere „Tatorte“.

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Neun Tatorte hat der Landesrechnungshof gemeinsam mit Kollegen aus Niedersachsen und Hamburg geprüft - hier im Bild: Sibel Kekilli und Axel Milberg bei den Dreharbeiten zu "Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes."

Quelle: Frank Peter (Archiv)

Kiel. Schule: Der LRH empfiehlt, die Lehrkräfte effizienter einzusetzen. Dazu sollen vor allem „Altersermäßigungen nur in einer nachweisbar notwendigen Größenordnung“ angewendet werden. Nach langfristigen Erkrankungen, Mutterschutz oder Altersteilzeit nehmen die altersbedingten Pflichtstundenermäßigungen den größten Teil der gewährten Ermäßigungen ein. Laut LRH sind dadurch 5000 Unterrichtsstunden mehr als noch vor neun Jahren nicht erteilt worden. Das entspricht einem Gegenwert von 329 Lehrerstellen. Der Pflichtstundenverordnung nach erhält eine Lehrkraft ab dem Schuljahr nach ihrem 58. Geburtstag eine Unterrichtsstunde erlassen, zum 60. und 63. Geburtstag wird jeweils um eine weitere reduziert. Im Bericht des LRH hingegen steht, dass die Lehrer schon jeweils ein Jahr früher weniger unterrichten müssen. Die Zahlen jedoch, so betonte eine Sprecherin, kommen vom Statistikamt und stimmten. Erst nach einem effizienteren Einsatz der Lehrkräfte sollten neue Lehrer eingestellt werden, um eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung zu erreichen. Aktuell beträgt sie 97 Prozent.

Demografischer Wandel: In den kommenden elf Jahren bahnt sich ein Personalnotstand in der Landesverwaltung an. Im Jahr 2030 wird sich der Anteil der Menschen über 68 Jahre um über drei Prozent auf 22,6 Prozent erhöhen. Die Zahl der Erwerbstätigen über 55 wird bis 2030 von 26,2 Prozent auf satte 31,9 Prozent ansteigen. Der Anteil der Erwerbspersonen unter 24 Jahre wird auf 10,9 Prozent für 2030 prognostiziert. Um dem drohenden Personalmangel entgegenzuwirken, fordert der LRH eine umfangreiche Bestandsaufnahme der vom Generationenwechsel betroffenen Berufsgruppen mit genauen Funktionen. Zudem soll der öffentliche Dienst für den Nachwuchs attraktiver gemacht werden.

Tariftreue- und Vergabegesetz: „Das Gesetz hat sich als Flop erwiesen“, meint LRH-Präsidentin Gaby Schäfer. Mit der Regelung hatten SPD, Grüne und SSW bei Ausschreibungen unter anderem Öko- und Sozialstands vorgegeben. Folge laut LRH: Wegen der Bürokratie gaben gerade kleine Betriebe seltener Angebote ab.

Küstenschutz: 89 Kilometer der Landesschutzdeiche entsprechen laut LRH nicht den Sicherheitsstandards. Bis 2024 müssten deshalb 418 Millionen Euro in den Deichschutz investiert werden. Die Regierung hat bisher nur 160 Millionen veranschlagt.

Kieler Tatort: Borowksi ist zu teuer, Charlotte Lindholm und Til Schweiger sowieso. Neun Tatorte hat der LRH gemeinsam mit Kollegen aus Niedersachsen und Hamburg geprüft. Die Produktionskosten, im Schnitt 1,7 Millionen Euro, liegen rund 200000 Euro über den Bundes-Tatort-Kosten. Der LRH fordert den NDR auf, nachzuweisen, dass die Produktionskosten in einem „angemessenen Verhältnis zur Reichweite der Tatortfolgen stehen“. Die Gagen der Hauptdarsteller sind laut LRH in den Produktionskosten nicht enthalten.

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Ein Artikel von
Fatima Krumm
Volontärin

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