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Landesregierung fährt meist Diesel

Trotz Abgasskandal Landesregierung fährt meist Diesel

Die Landesregierung in Schleswig-Holstein setzt bei ihrer Dienstwagenflotte weiter voll auf Diesel. Nur zwei Kabinettsmitglieder fahren Hybrid. Und die wenigen Elektroautos stoßen im Flächenland schnell an ihre Grenzen.

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Nur fünf Elektroautos umfasst die Flotte der Landesregierung in Schleswig-Holstein. Der Diesel-Anteil der Wagen beträgt hingegen gut 90 Prozent.

Quelle: Marcus Brandt

Kiel. Trotz des Dieselskandals setzt Schleswig-Holsteins Landesregierung weiter auf Limousinen mit Dieselmotor - zumindest vorerst. 86 Fahrzeuge hält die Kieler Fahrbereitschaft für Minister, Staatssekretäre, andere hochrangige Beamte und Mitarbeiter bereit. Darunter sind aktuell nur fünf Elektroautos, ein Benziner und zwei Wagen mit Hybrid-Antrieb, wie eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Flottenmanagement im Innenministerium ergab. Das entspricht einem Dieselanteil von gut 90 Prozent.

Im Wagen mit der höchsten Leistung (320 PS) lässt sich Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) von einem Termin zum anderen fahren. Seine Limousine stößt pro Kilometer 137 Gramm Kohlendioxid und 46,4 Mikrogramm Stickoxid aus, teilte das Innenministerium unter Verweis auf die Zulassungsbescheinigung mit. Sein Innenminister Hans-Joachim Große (CDU) hat zwar „nur“ 258 PS unter der Haube. Dessen Limousine verursacht aber dennoch mehr Abgase (157 Gramm Kohlendioxid und 68,4 Mikrogramm Stickoxid).

Deutlich sauberer sind die beiden Grünen-Minister im Kabinett zwischen Nord- und Ostsee unterwegs. Finanzministerin Monika Heinold und Umweltminister Robert Habeck fahren jeweils einen Hybrid mit Benzin. Der Wagen des Umweltministers weist mit 46 Gramm Kohlendioxid und 4,7 Mikrogramm Stickoxid die besten Werte des Kabinetts auf.

Die fünf Elektroautos der Fahrbereitschaft nehmen Mitarbeiter der Ministerien für Dienstfahrten, wie eine Sprecherin des Innenministeriums sagte. Da die Fahrzeuge nur über eine nur begrenzte Reichweite verfügen, werden sie überwiegend für Kurzstrecken genutzt. „In Schleswig-Holstein als Flächenland legen die Dienstfahrzeuge allerdings regelmäßig Strecken zurück, für die E-Fahrzeuge eine zu geringe Reichweite haben.“

Die gesamte Fahrleistung der 86 Wagen liegt laut Fahrbereitschaft bei 2,5 Millionen Kilometern pro Jahr. Alle Wagen sind Leasingfahrzeuge. Je Wagen liegt die Fahrleistung zufolge zwischen 30 000 und 90 000 Kilometern pro Jahr. „Die E-Fahrzeuge haben auf Grund ihrer geringen Reichweite eine durchschnittliche Laufleistung von etwa 5000 bis 6000 Kilometern pro Jahr“, sagte die Sprecherin. Die Kosten für die Fahrzeugflotte betragen rund 520 000 Euro jährlich.

Und wie reagiert die Landesregierung auf die neuesten Entwicklungen in der Abgasaffäre? „Wir haben unsere Fahrzeuge im Leasing und können kurzfristig in der weiteren Entwicklung entscheiden“, sagte die Ministeriumssprecherin.

Von lno

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