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Schneller bauen für Flüchtlinge

Landesregierung Schneller bauen für Flüchtlinge

Die Landesregierung überprüft derzeit alle Landesvorgaben, um den Bau von Flüchtlingswohnungen zu beschleunigen. „Ohne Wohnraum, ohne Bauindustrie werden wir keine Integration schaffen können“, sagt Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

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Sie wollen „bauen, bauen, bauen“: Andreas Breitner, Raimund Dankowski und Christoph Röhrig (von links) vom Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) legt nach und fordert, die Standards in der Landesbauordnung sowie etwa beim Natur- und Denkmalschutz zu senken.

„Wir wollen bauen, bauen, bauen“, sagt der VNW-Verbandsdirektor und frühere Landes-Innenminister Andreas Breitner. Alle Regelungen müssten unter einen „Flüchtlingsvorbehalt“ gestellt werden. Die Wohnungswirtschaft brauche „Beinfreiheit“, um nach der Ankunft der Flüchtlinge „das Bleiben“ zu organisieren. Breitners Rechnung: Bleiben von den bis zu 30000 Flüchtlingen, die in diesem Jahr in Schleswig-Holstein erwartet werden, rund 7500 dauerhaft, würden 2000 bis 3000 Wohnungen zusätzlich benötigt. „Das geht nur mit Standards, die geringer sind als heute.“

Breitner möchte unter anderem die Genehmigungs- und Bauzeiten verkürzen. „Die drei bis sechs Jahre, die wir für Geschosswohnungen brauchen, sind viel zu lang.“ Der VNW-Landesvorsitzende Raimund Dankowski legt nach: „In Zeiten, in denen sofort gehandelt werden muss, ist vor allem Pragmatismus gefragt.“ Die Wohnungswirtschaft könne schnell bauen, wenn man sie lasse. Wie Breitner warb auch Dankowski für das „Kieler Modell“, den Bau von schlichten Standardhäusern für Flüchtlinge, aber auch für einkommensschwache Mieter wie etwa Studenten.

Verschlanken will der VNW zahlreiche Landesvorschriften, etwa die zum Natur- und Klimaschutz. „Können wir nicht das Klima später retten und zunächst den Flüchtlingen helfen?“, fragt Breitner. Einschränken möchte er auch die Baumschutzsatzungen, den Lärm- und den Brandschutz. Der Verband fordert zudem, die Ausschreibungs- und Vergabeverfahren zu vereinfachen. So hat Niedersachsen am Donnerstag die Wertgrenze, ab der Bauaufträge ausgeschrieben werden müssen, auf eine Million Euro angehoben. In Schleswig-Holstein steht die Wertgrenze (100000 Euro) noch auf dem Prüfstand.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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