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Schub für die Industrie

Landesregierung Schub für die Industrie

Die Landesregierung will die Industrie im Land stärken. Zusammen mit Wirtschaft und Gewerkschaften wurde daher ein „Bündnis für Industrie“ geschmiedet, das am Mittwoch in Büdelsdorf offiziell beschlossen wurde.

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Ministerpräsident Torsten Albig (4.v.r.) saß mit Meinhard Geiken (v.li./IG Metall), Uwe Polkaehn (DGB) Ulf Kämpfer (OB Kiel), Uwe Beckmeyer (Bundesregierung), Minister Reinhard Meyer, Michael Thomas Fröhlich (UV Nord) und Jörg Orlemann (IHK) in der ersten Reihe.

Quelle: Sonja Paar

Büdelsdorf. Sichere Arbeitsplätze, gut bezahlte Jobs, Innovationen – und auch ökologischer Fortschritt: Das sind einige der Stichworte, die Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), mit Industrie verbindet.

Und der Ort für ein Bündnis, das diese fordert, hätte kaum symbolträchtiger sein können. Das Papier, in dem die Leitlinien des Bündnisses festgehalten sind, wurde auf dem Gelände der ehemaligen Carlshütte unterzeichnet, dem ersten Industriebetrieb (1827 gegründet) Schleswig-Holsteins. Und nebenan besteht mit der Aco Severin Ahlmann GmbH immer noch ein Betrieb, dessen Wurzeln bis zur Carlshütte zurückreichen. Aco steht aber auch symbolhaft für die Zukunft: Denn das Unternehmen ist Weltmarktführer bei Entwässerungssystemen.

Meyer: "Industriepolitik ist Marathonlauf"

Die Unterzeichnung war Teil des „Industriepolitischen Kongresses“, zu dem mehr als 250 Gäste kamen, darunter zahlreiche Vertreter von Industrieunternehmen. Sie dürfen künftig mit einer „stärkeren politischen Unterstützung“ rechnen, wie Albig ankündigte: „Wir wollen eine aktive Industriepolitik, bei der wir nicht nur Zaungäste sind.“ Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sprach von einem Marathonlauf, den das Land intensiv begleiten werde, für den die Regierung aber auch „Schub und Impulse aus der Branche selbst benötigt“. Meyer sieht beispielsweise in der Energiewende eine große Chance für Schleswig-Holstein. Dank der erneuerbaren Energien habe das Land einen Standortvorteil – „wie einst mal das Ruhrgebiet mit seiner Kohle“.

Albig und Meyer sehen Schleswig-Holstein bereits heute als „guten Industriestandort“. Sie verwiesen auf die starke Chemieindustrie in Brunsbüttel, die Werften und deren Zulieferer, die Hersteller von Windenergieanlagen sowie die Medizintechnik. Aber das Land will zusammen mit den anderen Bündnispartnern unter anderem „die Werbetrommel rühren, denn vielen ist dieses Potenzial noch nicht bekannt genug“ (Meyer).

Bund unterstützt Schleswig-Holstein

Unterstützung erhält Schleswig-Holstein vom Bund, wie Staatssekretär Uwe Beckmeyer (SPD) sagte: „Die Industrie ist der starke Kern der deutschen Wirtschaft.“ Das Bündnis für Zukunft, dass Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften geschlossen haben, solle den Industriestandort Deutschland „zukunftsfest machen“. Für die Gewerkschaften seien gute Bezahlung, soziale Absicherung und Mitbestimmung wichtig, sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, mit Blick auf das Bündnis in Schleswig-Holstein. Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, weitete den Blick. Entscheidend sei, dass die Initiative nicht an den Landesgrenzen halt mache, sondern „auch die Zusammenarbeit mit den norddeutschen Ländern und mit den Ostseeanrainerstaaten gestärkt wird“. Nico Fickinger vom Arbeitgeberverband Nordmetall wies darauf hin, dass bald konkret etwas getan werden müsse. „Wir erkennen eine schleichende Deindustrialisierung.“

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Schleswig-Holstein hat starke Industrieunternehmen, keine Frage. Und das sind ganz sicher die Großen aus den Bereichen des Schiffbaus, der Chemie, der Ernährungswirtschaft oder der Medizintechnik. Aber zu nennen sind vor allem auch die kleinen und mittleren Betriebe mit 50 bis 150 Mitarbeitern, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten und unter denen sich etliche Weltmarktführer befinden.

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