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Landkreistag kritisiert "hektische" Energiepolitik

Kritik an Habeck Landkreistag kritisiert "hektische" Energiepolitik

Der Landkreistag hat Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) "hektische Aktivitäten" vorgehalten. "Nicht die Ausweisung neuer Windeignungsflächen ist das vorrangig zu meisternde Problem, sondern der zügige Ausbau der Stromnetze in Schleswig-Holstein und darüber hinaus", erklärte Geschäftsführer Jan-Christian Erps am Freitag in einer Pressemitteilung.

Kiel. Bereits heute müssten bestehende Windenergieanlagen zeitweise abgeschaltet werden, weil der dort produzierte Strom aufgrund überlasteter Netze nicht abtransportiert werden könne.

Die dabei anfallenden Entschädigungszahlungen belaufen sich laut Erps bereits heute auf einen jährlichen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe, den die Bürger über die Strompreise entrichten müssten - mit steigender Tendenz. Nach dem jetzigen Stand des Netzausbaus dürften diese Ausgleichszahlungen in den nächsten drei Jahren auf 200 bis 300 Millionen Euro jährlich steigen, kritisierte Erps. Diesen "volkswirtschaftlichen Irrsinn" gelte es zu verhindern.

Erps forderte eine neue Zulassungs- und Genehmigungspraxis. Neue Windmühlen sollten erst dann zugelassen werden, wenn der Stromtransport gesichert ist. Dies sei auf absehbare Zeit (2015) bei den bereits bestehenden Anlagen nicht der Fall. Deshalb wäre die Landesregierung gut beraten, nicht den Druck auf die Gemeinden zu erhöhen. Vorrangig sollten die Bürger vor weiteren ständigen Strompreiserhöhungen bewahrt werden. "Sorgfalt und Qualität statt hektischer Eile sollten deshalb die Leitlinien der Landesregierung bei der notwendigen Energiewende sein", meinte Erps.

dpa

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