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Robert Habeck kritisiert EU-Milchpolitik

Landwirtschaftsminister Robert Habeck kritisiert EU-Milchpolitik

Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat das angekündigte Paket der EU zum Umgang mit der Milchkrise als unzureichend kritisiert. „Die EU setzt die falschen Zeichen, sie will die Verstärkung des Exportes“, sagte Habeck am Dienstag in Kiel, „das heißt nur, dass die Milch dann auch auf dem Weltmarkt verramscht wird.“

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Geht hart mit der EU-Preispolitik für Milch ins Gericht: Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Höhere Preise erzielten die Erzeuger damit nicht. Stattdessen werde die Politik „Wachse oder weiche“ fortgesetzt. „Die EU und der Bund erkennen immer noch nicht die Brisanz des Milchpreisverfalls an.“ Die vorgeschlagene Finanzhilfe bekämpfe allenfalls die Symptome und sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Milchpreis liegt zurzeit bei 27 Cent, um die Kosten zu decken, bräuchten die Milchbauern mindestens 40 Cent.

„Liquiditätshilfen sind wichtig, aber wir brauchen kurzfristig eine Reduzierung der Milchmenge, um die Märkte zu beruhigen“, forderte Habeck. Er hatte sich am Freitag mit seinen grünen Amtskollegen aus den Ländern in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gewandt und vorgeschlagen, die Strafzahlungen aus dem letzten Jahr der Milchquote als Ausgleich für eine freiwillige Mengenreduzierung zu verwenden. „Der Bundeslandwirtschaftsminister hat es aber offenbar versäumt, sich für tatsächliche Verbesserungen einzusetzen“, kritisierte Habeck.

In Schleswig-Holstein gibt es 399000 Milchkühe. Die 4500 Milchbetriebe haben durchschnittlich über 87 Kühe und damit erheblich mehr als im Bundesdurchschnitt. Die Milcherzeugung ist das wichtigste Standbein der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft.

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