23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Robert Habeck verlangt vom Bund schärferes Düngerecht

Landwirtschaftsminister Robert Habeck verlangt vom Bund schärferes Düngerecht

Beim Einsatz von Dünger hinkt Deutschland den EU-Vorgaben hinterher. Brüssel hat mit einer Klage reagiert. Schleswig-Holsteins Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck dringt beim Bund auf zügiges Handeln und strengere Regeln. Es geht um den Schutz des Grundwassers.

Voriger Artikel
Alheit sieht keine Fehler
Nächster Artikel
Scholz lehnt Dämonisierung der AfD ab

Soll nach Willen von Robert Habeck stärker geregelt werden: Ein Traktor verteilt Gülle auf einem Feld.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Kiel. Schleswig-Holsteins Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck hat den Bund aufgefordert, zügig das Ausbringen von Dünger auf den Feldern strenger zu regeln. Im Interesse des Gewässerschutzes und der Landwirte müsse mit Hochdruck eine Düngeverordnung ohne Schlupflöcher erarbeitet werden, sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Seit langem sei bekannt, dass in Deutschland besonders aus der Landwirtschaft viel zu viel Nitrat in die Böden gelange.

Habeck will Landwirte vor Pokerspiel der Regierung schützen

In der vergangenen Woche hatte die EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen Deutschland eingereicht, weil es die Nitratrichtlinie nicht umsetze und die Gewässer mit zu hohen Nährstoffeinträgen belastet würden. Der Bund habe die erforderliche Reform der Düngeverordnung erst verschleppt und dann einen völlig unzureichenden Entwurf vorgelegt, kritisierte Habeck. Die Klage der EU-Kommission sei die kaum überraschende Folge. Der Kieler Minister befürchtet, die EU könnte Deutschland jetzt in einem Maße zu radikaleren Schritten zwingen, dass den Landwirten kein Anpassungsspielraum bleibt. Damit könnten die Landwirte Opfer eines Pokerspiels der Bundesregierung werden.

Schleswig-Holstein fordert unter anderem, die Übergangsfristen zur Einführung gewässerschonender Ausbringungstechnik zu verkürzen und die Zeiten zu verringern, in denen Dünger ausgebracht werden darf. Außerdem sollen die Lagerkapazitäten für flüssige Wirtschaftsdünger vergrößert werden. Außerdem müsse genau protokolliert werden, wie viele Nährstoffe in einem Betrieb anfallen und dort auch verwendet werden können. Besonders in Gebieten mit intensiver Tierhaltung und vielen Biogasanlagen leidet das Grundwasser. „Schleswig-Holstein bezieht sein Trinkwasser zu 100 Prozent aus dem Grundwasser“, betonte Habeck. Um das Trinkwasser der künftigen Generationen schützen zu können, müssen wir die Nährstoffeinträge spürbar verringern.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Wasser
Foto: Besonders betroffen sind Gebiete mit intensiver Tierhaltung und mit vielen Biogasanlagen.

Die Belastung für Grundwasser, Gewässer und Luft durch die Landwirtschaft ist noch größer als bisher bekannt. Das zeigt der erste Nährstoffbericht des Landes. „Mehr als Zweidrittel der Landwirte haben sich beim Düngen nicht an die gute fachliche Praxis gehalten“, sagt Prof. Friedhelm Taube, einer der Autoren.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3