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GEW will einheitliche Bezahlung für alle Lehrer

Lehrergewerkschaft GEW will einheitliche Bezahlung für alle Lehrer

Grundschullehrer werden schlechter bezahlt als Lehrer an weiterbildenden Schulen, obwohl ihre Ausbildung mittlerweile genauso lange dauert. Die Lehrergewerkschaft GEW will dies ändern und fordert „A 13 für alle“.

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Die GEW fordert eine einheitliche Bezahlung für alle Lehrer.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Kiel. Die GEW-Vorsitzenden von Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen haben in einem gemeinsamen Appell an ihre Landesregierungen gefordert, Grundschullehrer genauso zu bezahlen wie Lehrer an weiterführenden Schulen. Trotz gleichlanger Ausbildung würden Lehrkräfte an Grundschulen eine Besoldungsstufe niedriger bekommen als die übrigen, teilte die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft am Montag in Kiel mit. Dies müsse ein Ende haben.

In Kiel ist am Dienstag nächster Woche eine Demonstrationszug unter dem Motto „A 13 für alle“ zum Bildungsministerium geplant. Derzeit berät der Landtag über ein neues Besoldungsgesetz. Es soll zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres Anfang Februar 2016 in Kraft treten.

Schleswig-Holstein will künftig alle neuen Lehrer an weiterführenden Schulen gleich bezahlen — unabhängig davon, ob sie an Gymnasien oder an Gemeinschaftsschulen unterrichten. Sie sollen als Einstiegsgehalt A 13 bekommen. Die früheren Grund- und Hauptschullehrer, die an diesen Schulen unterrichten, müssen zuvor allerdings Fortbildungen absolvieren. Für die Grundschullehrer soll sich hingegen nichts ändern.

Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte in einer Landtagsdebatte im Oktober gesagt, Grundschullehrer würden in allen Bundesländern nach A 12 besoldet. Es sei nicht vertretbar, dass in dieser Frage ausgerechnet das finanzschwache nördlichste Bundesland vorpresche.

Der schleswig-holsteinische GEW-Chef Matthias Heidn sagte, „wir sind Realisten“. Angesichts der Haushaltslage werde es nicht möglich sein, die Kollegen an den Grundschulen sofort gleichzustellen. Aber es werde erwartet, dass ein Zeitraum genannt werde, bis wann dies möglich sein könne.

Die Arbeit der Grundschullehrer sei in den vergangenen Jahren immer anspruchsvoller geworden, sagte Heidn. Unter anderem bei der Umsetzung der Inklusion sowie bei der Integration von Flüchtlingskindern seien gerade Grundschullehrer besonders beansprucht. Auch durch die Ausweitung der Grundschulangebote etwa durch die Ganztagsschule hätten sich neue Aufgaben ergeben.

In Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg dauert die Lehrerausbildung mittlerweile für alle Schularten gleich lange. Alle müssen ein zehnsemestriges Studium und anschließend einen 18-monatigen Vorbereitungsdienst absolvieren. Die GEW-Vorsitzenden forderten die drei SPD-geführten Landesregierungen auf, das sozialdemokratische Motto „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ auch im Bildungsbereich zur Geltung zu bringen.

Die Hamburger GEW-Landeschefin Anja Bensinger-Stolze teilte mit, „auch in Hamburg wird über eine Neuordnung der Lehrämter nachgedacht. Der Senat sollte diese Chance für eine gerechte und gleiche Besoldung nach A 13 (…) ergreifen.“ Als Koordinator der SPD-regierten Bundesländer könne Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe bundesweit ein Zeichen setzen.

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