23 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
MV gegen neuen Schlüssel zur Asylbewerber-Verteilung

Flüchtlinge MV gegen neuen Schlüssel zur Asylbewerber-Verteilung

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat sich gegen Pläne gewandt, die Verteilung von Asylbewerbern in Deutschland zulasten dünn besiedelter Flächenländer zu ändern.

Voriger Artikel
Wahlkreise im Norden neu zugeschnitten
Nächster Artikel
Wahlkreise neu zugeschnitten

Lorenz Caffier (r.),Mecklenburg-Vorpommerns Innennminister. Foto:I.Wagner/Archiv

Berlin/Schwerin. Die Aufteilung nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel habe sich in jahrelanger Praxis bewährt und werde auch für die Finanzzuweisungen des Bundes angewandt. "Bei der Verteilung von Asylbewerbern ist der Schlüssel für die Länder eine verlässliche und vor allem berechenbare Größe", betonte der Minister am Donnerstag in Schwerin. Eine Änderung der Verteilungsquote drohe die Planungen der Kommunen über den Haufen zu werfen, die schon jetzt vielfach Probleme hätten, ausreichend und geeignete Unterkünfte bereitzustellen.

Das Bundesinnenministerium bestätigte am Donnerstag Änderungspläne. Demnach soll es künftig für die Länder einfacher werden, Asylbewerber auch außerhalb der eigenen Grenzen einzuquartieren - also etwa in einem anderen, dünner besiedelten Bundesland, das mehr Platz hat und sich dazu bereiterklärt. Voraussetzung ist, dass das eigentlich zuständige Land weiter die Kosten für die Unterbringung trägt.

Für die befristete Erstaufnahme von Flüchtlingen gibt es schon eine Vereinbarung zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Die Hansestadt kann bis zu 200 ihrer Asylbewerber für drei Monate in der Erstaufnahmestelle Horst bei Boizenburg unterbringen. Hamburg hatte im Vorjahr aber vorgeschlagen, zur Entlastung der Großstädte auch längerfristig mehr Flüchtlinge auf dünn besiedelte Regionen zu verteilen.

Der Königsteiner Schlüssel, der Einwohnerzahl und Steuereinnahmen der Länder berücksichtigt, schreibt Mecklenburg-Vorpommern eine Quote von 2,04 Prozent zu. Laut Innenministerium reisten vom 1. Januar bis 31. März dieses Jahres 2078 Asylbewerber in das Land ein und damit dreimal so viele wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3