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CDU: Dänen befürchten Firmenabwanderungen

Marode Infrastruktur CDU: Dänen befürchten Firmenabwanderungen

Dauerbrenner Verkehr: Kann der Zustand der maroden Rader Hochbrücke die Wirtschaft in Süddänemark belasten? CDU-Fraktionschef Günther nimmt solche Befürchtungen wahr. Minister Meyer warnt vor Stimmungsmache und verweist auf enge Zusammenarbeit mit den Dänen.

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Sieht echte Sorgen in der dänischen Wirtschaft ob der schleswig-holsteinischen Verkehrsinfrastruktur: CDU-Fraktionschef Daniel Günther.

Quelle: dpa

Kopenhagen. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer hält Sorgen über die künftige Leistungsfähigkeit der Straßenverbindung zwischen Dänemark und Deutschland auf der sogenannten Jütland-Route für unbegründet. „Uns ist die Bedeutung des Jütland-Korridors für Dänemark absolut bewusst – und genau darum machen wir hier gemeinsam mit dem Bund auch sorgfältig unsere Hausaufgaben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Im Hinblick auf Äußerungen von CDU-Landtagsfraktionschef Daniel Günther warnte Meyer vor Stimmungsmache.

Nach Günthers Eindruck befürchten Kommunalpolitiker in Süddänemark, dass dänische Betriebe in Gebiete südlich der Elbe abwandern könnten. Als Grund nannte er Verunsicherungen im Hinblick auf den Zustand der Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal. „Die machen sich richtig Sorgen“, sagte Günther. Die CDU-Fraktionsspitze hatte am Vorabend in Apenrade mit Bürgermeister Thomas Andresen und Kommunaldirektor Niels Johannesen über die länderübergreifende Zusammenarbeit und die Infrastruktur gesprochen.

Dänen wünschen sich mehr Kontakte

Die für den Dänemark-Verkehr wichtige Rader Hochbrücke im Verlauf der A7 kann Experten zufolge nur noch elf Jahre lang benutzt werden. Für einen Ersatzbau könnte die Zeit knapp werden. „Wir sind über unsere deutsch-dänische Verkehrskommission, aber auch in direkten Gesprächen mit dänischen Spediteuren oder Wirtschafts- und Industrieverbänden in regelmäßigem Austausch über diese Fragen“, sagte Wirtschaftsminister Meyer. Deshalb sei die dänische Seite auch sehr gut informiert, auch über den Zeitplan zum Ersatz der Rader Brücke bis 2026 und über den sechsstreifigen Ausbau der A 7 von Bordesholm bis Hamburg, der bis dahin längst fertig sein werde. Ihm seien auch bis heute weder aus Dänemark noch aus Schleswig-Holstein konkrete Fälle über mögliche Abwanderungen von Firmen im Zusammenhang mit der Rader Hochbrücke bekannt.

Günther sprach die von ihm in Süddänemark wahrgenommenen Befürchtungen nach eigenen Angaben auch bei einem Treffen mit Dänemarks Transportminister Hans-Christian Schmidt an. Der Bund habe betont, dass es „keinerlei Zeiten geben wird, in denen diese Brücke wirklich geschlossen sein wird“, sagte Günther. Der dänische Minister, der selbst aus Südjütland stammt, wollte die von Günther angesprochenen Befürchtungen nicht kommentieren. „Das ist mir nicht vertraut“, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur. „Das muss etwas sein, das regional diskutiert wurde, das weiß ich nicht.“

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