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Mehr Geld für Lehrer

Gemeinschaftsschulen Mehr Geld für Lehrer

2000 Lehrer im Norden bekommen mehr Geld. Die Pädagogen an Gemeinschaftsschulen steigen eine Besoldungsstufe auf. Trotzdem gibt es Kritik — weil die Grundschullehrer ausgeklammert werden.

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Pädagogen an Gemeinschaftsschulen steigen zum 1. Februar eine Stufe auf.

Quelle: Jochen Lübke/dpa

Kiel. Lehrer an Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein werden künftig besser bezahlt. Sie rücken in die Besoldungsgruppe A13 auf, nach der bereits die Lehrer an Gymnasien vergütet werden. Grundschullehrer bleiben dagegen in der Besoldungsgruppe A12, womit sie laut Gewerkschaft GEW bis zu 450 Euro weniger im Monat bekommen als ihre Kollegen an den weiterführenden Schulen. Für die Gesetzesänderungen stimmten am Mittwoch im Landtag nur die Koalitionsfraktionen SPD, Grüne und SSW; die Opposition aus CDU, FDP und Piraten votierte dagegen.

Die GEW forderte vor Sitzungsbeginn vor dem Landtagsgebäude, alle Lehrer gleich zu bezahlen. „Es gibt einfach — außer althergebrachten Vorurteilen — keinen Grund, die Lehrkräfte an Grundschulen um 350 bis 450 Euro im Monat schlechter zu besolden als die übrigen Lehrkräfte“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke bei der Protestaktion. Alle Lehrer absolvierten eine gleich lange Ausbildung. Die Besoldung richte sich nicht nach der Ausbildung, sondern nach der Tätigkeit, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) später im Landtag.

Um mehr als 2000 Lehrer besser zu bezahlen, nehme die Landesregierung mehr als 30 Millionen Euro in die Hand. „Das ist ein großer Schritt zu mehr Gerechtigkeit an den Gemeinschaftsschulen und wird zu mehr Schulfrieden an den Schulen führen“, sagte Ernst. Die neue Besoldungsstruktur soll zum 1. Februar in Kraft treten.

Die Gewerkschafter brachten 4000 Protest-Postkarten mit zum Landtag, die sie auf Absperrband getackert hatten. Slogan: „A 13 für Alle! Jetzt!“. Die CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen warf der Koalition vor, die Arbeit der Grundschullehrer sei ihr weniger wert als die anderer Lehrer. Im Übrigen werde das nicht finanziell begründet, sondern damit, dass eine gleiche Bezahlung der Grundschullehrer nicht sachgerecht sei. Das Vorgehen sei auch kein Anreiz für Männer, Grundschullehrer zu werden, rügte Franzen. Für deren Benachteiligung gebe es keinen sachlichen Grund, befand auch die FDP-Bildungsexpertin Anita Klahn.

Die schwarz-gelbe Vorgängerregierung sei die Lehrerbesoldung überhaupt nicht angegangen, konterte Bildungsministerin Ernst. Viele Argumentationen der Opposition seien überhaupt nicht nachvollziehbar. Die jetzige Regierung kümmere sich sowohl um eine bessere Unterrichtsversorgung als auch um die Besoldung.

Es könnten nicht auf einmal alle Ungerechtigkeiten aus der Welt geschafft werden, sagte Martin Habersaat von der SPD. Die Koalition kürze keinem Lehrer das Gehalt, sondern 2000 Lehrer an Gemeinschaftsschulen bekämen bald mehr Geld. Das sei ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die CDU hingegen wolle Grundschullehrer schlechter ausbilden, um so eine schlechtere Bezahlung begründen zu können.

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