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Mindestens 25 Tote bei Doppelanschlag in Afghanistan

Konflikte Mindestens 25 Tote bei Doppelanschlag in Afghanistan

Bei einem Doppelanschlag der Taliban nahe einer Nato-Basis am Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar sind am Mittwoch mindestens 25 Menschen getötet worden.

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Afghanische Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Kandahar.

Quelle: I. Sameem

Kandahar/Kabul. Unter den Toten seien 15 Zivilisten und acht Wachmänner der Logistikfirma Supreme, die im Auftrag der Nato arbeitet, sagte der Vize-Polizeichef der Provinz Kandahar, Rahmatullah Atrafi. Außerdem seien zwei Selbstmordattentäter gestorben. 50 Zivilisten seien verletzt worden.

Ein Sprecher der Provinzregierung sagte, zunächst habe sich ein Selbstmordattentäter auf einem Markt außerhalb des Flughafens auf einem Motorrad in die Luft gesprengt. Als sich Menschen am Anschlagort versammelten, habe ein weiterer Attentäter in der Menge seinen Sprengstoff gezündet. Atrafi hatte zunächst von einer Bombe auf dem Motorrad und dann von zwei Selbstmordattentätern in der Menge - also von insgesamt drei Explosionen - gesprochen.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Ihr Sprecher Kari Jusuf Ahmadi sagte, 17 ausländische Soldaten seien getötet worden. Aussagen der Taliban zu Opfern bei Anschlägen sind äußerst unzuverlässig. Kandahar ist eine Hochburg der Taliban. Am Flughafen Kandahar, der zivil und militärisch genutzt wird, unterhält die Nato-geführte Schutztruppe Isaf einen ihrer größten Stützpunkte in Afghanistan.

Bei einem Isaf-Luftangriff auf einen Taliban-Anführer in der ostafghanischen Provinz Logar wurden nach Angaben des Provinzrates auch 18 Zivilisten getötet. Es handele sich um Familienmitglieder des Stammesältesten Basir Achundsada, sagte Provinzratschef Abdul Wali Wakili. Unter den Toten seien Achundsada selbst sowie neun Kinder. Sechs Taliban-Kämpfer - darunter ein Kommandeur - seien ebenfalls getötet worden. Die Taliban hätten Zuflucht im Haus Achundsadas gesucht, ohne aber von ihm eingeladen gewesen zu sein.

Die Isaf bestätigte einen Luftangriff in dem betroffenen Distrikt Baraki Barak, nicht aber die zivilen Opfer. Die Isaf teilte mit, bei einer Operation gegen einen Taliban-Anführer seien ausländische und internationale Truppen beschossen worden. Die Soldaten hätten Luftunterstützung angefordert. Zwei Frauen seien verwundet worden. Die Verletzungen seien nicht lebensbedrohlich und würden von der Isaf behandelt. Mehrere Aufständische seien getötet worden.

Wakili sagte, in der Provinzhauptstadt Pul-i-Alam hätten Tausende Menschen wegen des getöteten Stammesältesten und seiner Familie demonstriert. Zivile Opfer bei Nato-Einsätzen sorgen regelmäßig für großen Unmut in der afghanischen Regierung und im Volk.

Beim Absturz eines Hubschraubers wurden am Mittwoch im Osten Afghanistans zwei Isaf-Soldaten getötet. Die Isaf teilte mit, die Absturzursache werde untersucht. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, die Aufständischen hätten den Helikopter in der ostafghanischen Provinz Kunar abgeschossen.

Unterdessen wurde nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) erstmals ein klar gekennzeichneter humanitärer Konvoi der UN-Organisation in Afghanistan überfallen. Das WFP teilte am Mittwoch mit, niemand sei bei dem Angriff am Montag in der nördlichen Provinz Parwan getötet worden. Allerdings seien drei Lastwagen mitsamt Inhalt angezündet und vernichtet worden. In den 15 Lastwagen des Konvois seien Lebensmittel für Schulkinder transportiert worden.

dpa

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