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"Müll-Trennung" bei Akw-Abriss: Nur vier Prozent radioaktiv

Atom "Müll-Trennung" bei Akw-Abriss: Nur vier Prozent radioaktiv

Allein beim Akw Brunsbüttel fallen bei einem Abriss nach Schätzung des Kieler Energiewendeministeriums 300 000 Tonnen Abfall an. Nur zwei Prozent davon seien radioaktiv, versichert das Ministerium. Es sieht eher «emotional belastete Abfälle.»

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Kernkraftwerk Brunsbüttel.

Quelle: Christian Charisius/Archiv

Brunsbüttel. Bei der Stilllegung und Entsorgung kerntechnischer Anlagen in Schleswig-Holstein sind laut Kieler Atomaufsicht lediglich rund zwei Prozent der Abfälle radioaktiv belastet. Die restlichen 98 Prozent des Materials könnten zur Verwertung beziehungsweise Lagerung auf einer Deponie frei gegeben werden, sagte Jan Backmann von der Kieler Atomaufsicht am Donnerstag. «Es sind keine radioaktiv belasteten, sondern emotional belastete Abfälle», ergänzte Ministeriumssprecherin Nicola Kabel.

Angesichts von Ängsten vor Strahlenbelastungen demonstrierten Experten am Donnerstag im Akw Brunsbüttel das Verfahren, mit dem sichergestellt werden soll, dass ausschließlich Müll mit vernachlässigbarer Radioaktivität auf Deponien landet. Dazu gehören unter anderem Bauschutt, asbesthaltige Abfälle, Mineralwolle, Isolierungen oder Straßenaufbruch, bei dem der Radioaktivitätswert weit unter der Alltagsbelastung der Menschen liege.

Hintergrund ist der von Betreiber Vattenfall beantragte Abriss der abgeschalteten Kraftwerke Krümmel und Brunsbüttel sowie der Forschungsreaktoranlage Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Allein beim Akw Brunsbüttel fallen nach Einschätzung des Energieministeriums in Kiel insgesamt rund 300 000 Tonnen Abfall an, die über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren entsorgt werden müssen.

Davon seien rund zwei Prozent radioaktive Abfälle, die in Zwischenlagern am Standort bleiben. Zwei Prozent seien Reststoffe, die beseitigt werden müssen, überwiegend auf Deponien. Bei diesen Stoffen handele es sich um Müll mit «vernachlässigbarer Radioaktivität», das heißt, eine Reststrahlung von maximal zehn Mikrosievert. «Dieser Wert gilt als unbedenklich und verantwortbar», sagte Backmann. Die übrigen Abfälle können fast komplett in den Wirtschaftskreislauf zurück und recycelt werden, es sei denn, sie enthalten zum Beispiel Asbest und kommen deshalb auf Deponien.

Um das Zehn-Mikrosievert-System sicherzustellen, werde jedes einzelne Teil drei bis vier Mal angefasst und gemessen. So können nicht nur die radioaktiven Bestandteile an der Oberfläche, sondern auch im Inneren identifiziert werden können, sagte Strahlenschutz-Leiter Ronny Fix-Faroldi. 

Müll, der nach diesen Prüfungen uneingeschränkt frei gegeben wird, werde anschließend nach dem Abfallrecht verwertet. Dazu gehört auch die Deponierung. Als grundsätzlich geeignet für die Lagerung gelten im nördlichsten Bundesland sieben Deponien in den Kreisen Ostholstein (Gremersdorf), Schleswig-Flensburg (Harrislee), Segeberg (Großenaspe, Damsdorf/Tensfeld), Herzogtum Lauenburg (Wiershop) und Rendsburg-Eckernförde (Schönwohld) sowie in Lübeck (Niemark).

Die «Müll-Trennung» beim Abriss eines Atomkraftwerkes wird den Angaben zufolge von der Atomaufsicht zu 100 Prozent überwacht.

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Atomaufsicht
Foto: Strahlenschutz-Leiter Ronny Fix-Faroldi zeigt im Kernkraftwerk Brunsbüttel die Messung von Radioaktivität in Stein. Die Betreiber und das Ministerium für Energiewende demonstrierten hier die Messverfahren für Materialien, die beim Abbau von Akws anfallen und auf Deponien gelagert werden sollen.

Wie gefährlich ist der Schutt, der beim Abriss eines Atomkraftwerkes anfällt? Zum allergrößten Teil überhaupt nicht, sagt das Energieministerium in Kiel. Bei der Stilllegung und Entsorgung kerntechnischer Anlagen in Schleswig-Holstein sind laut Atomaufsicht lediglich rund zwei Prozent der Abfälle radioaktiv belastet.

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