16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Landtag berät über Spraydosen

Nach dem Tod einer Schülerin Landtag berät über Spraydosen

Vier Wochen nach dem Tod der 13-jährigen Judith aus Kronshagen, die beim Schnüffeln von Treibgasen aus Deosprays erstickt war, wird sich der Landtag in Kiel mit dem Fall beschäftigen. Die CDU-Fraktion will die Prävention stärken und per Bundesratsinitiative Warnhinweise auf Sprayflaschen durchsetzen.

Voriger Artikel
Ministerin will Gedenkstätten stärken
Nächster Artikel
Umweltökonom Meadows: Klimawandel verstärkt Flüchtlingsströme

Familie E. aus Kronshagen trauert um die verstorbene Tochter Judith, die mit 13 Jahren an einer Überdosis geschnüffelten Deos starb.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Wir fordern die Landesregierung auf, im Wege einer Bundesratsinitiative dafür Sorge zu tragen, dass auf Deosprays, Parfüms und Haarsprays durch Warnhinweise über die Risiken und Folgen durch das Schnüffeln von Benzingasen oder Klebstoffen aufgeklärt wird“, sagt Hans Hinrich Neve von der CDU. Darüber hinaus solle das Land sich dafür einsetzen, dass verstärkt Vorbeugung an den Schulen zur Wirkung des Schnüffelns stattfinde und Aufklärungsmaterial wie Plakate, Flyer oder Schulungsfilme bereitgestellt werde.

 „Etwa zwölf Prozent der Minderjährigen haben bereits Erfahrungen mit Schnüffeln gemacht“, argumentiert der CDU-Politiker. Nach dem jüngsten Todesfall durch das sogenannte Sudden Sniffing Death Syndrom, dem Zusammenbruch sämtlicher Herzfunktionen durch Überdosierung und Vergiftung durch Schnüffeln, bestehe akuter Handlungsbedarf. „Das Inhalieren von Deodorants kann schon beim ersten Versuch tödlich enden, rund ein Viertel aller Todesopfer sterben beim Erstkonsum“, so Neve.

 Der Fall der jungen Judith hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt: Ende März hatten die ahnungslosen Eltern ihre Tochter tot im Kinderzimmer gefunden. „Sie lag neben ihrem Schreibtisch, hatte eine Plastiktüte vor dem Gesicht, neben ihr lag eine Deo-Dose“, berichtete die Mutter. Von der Suche ihrer Tochter nach dem Rausch hatte die Familie nichts mitbekommen. Die Eltern suchen seither gezielt die Öffentlichkeit, um andere Eltern zu warnen: „Wenn wir nur ein Kind durch unseren Appell retten, haben wir gewonnen“, sagt Judiths Vater.bas

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nach Judiths Tod
Foto: „Lösungsmittel-Missbrauch kann tödlich sein“, ist auf britischen Deos zu lesen.

Nach dem tragischen Tod der 13-jährigen Judith aus Kronshagen, die beim Schnüffeln von Treibgasen erstickte, drängt die Landespolitik jetzt auf Konsequenzen. Die CDU im Norden will eine Bundesratsinitiative anschieben, um Hersteller von Deodorants in Deutschland zum Abdrucken von Warnhinweisen auf Sprühflaschen zu verpflichten. Die übrigen Fraktionen im Landtag kündigen ihre Zustimmung an.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr