27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Weniger Freiwillige bei der Bundeswehr

Nachwuchsmangel Weniger Freiwillige bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr verliert weiter an Zulauf. Im auslaufenden Jahr ließen sich nur noch 9024 junge Menschen für den freiwilligen Wehrdienst rekrutieren – fast 1200 weniger als 2014. Der Rückgang lag bei rund zwölf Prozent.

Voriger Artikel
Albig erwägt Minderheitsregierung
Nächster Artikel
Liebing will anderer Ministerpräsident sein

„Wir arbeiten jeden Tag und Schritt für Schritt, um Entlastungen zu erreichen“, sagt Vizeadmiral Andreas Krause, „aber nächstes Jahr wird es nicht wesentlich leichter.“

Quelle: Frank Behling

Berlin/Kiel. Das geht aus einem Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums an den Wehrbeauftragten, den Kieler Hans-Peter Bartels, hervor. Das Papier liegt den Kieler Nachrichten vor.

 Nach Antritt ihres Wehrdienstes verließen demzufolge 1918 Rekruten auf eigenen Wunsch während der Probezeit die Truppe. Weitere 192 wurden durch die Bundeswehr aufgrund mangelnder körperlicher oder sonstiger Eignung entlassen. Damit gab fast jeder vierte Freiwillige vorzeitig auf oder fiel durchs Sieb der Ausbildung. Der Anteil der Frauen lag zum Beginn des vierten Quartals bei 19 Prozent. Rund die Hälfte der Rekruten (48 Prozent) verfügt über Abitur, knapp jeder Dritte (29 Prozent) über einen Realschulabschluss.

 Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) reagiert bereits auf den „geringeren Kapazitätenumfang in der Grundausbildung“. Sie wirbt in einer breit angelegten Kampagne um freiwillige Wehrdienstleistende. 10,6 Millionen Euro lässt sich die Ministerin die Aktion mit insgesamt 30000 Plakaten kosten.

 Der freiwillige Wehrdienst kann zwischen sieben und 23 Monaten dauern. Ziel des Verteidigungsministeriums ist es, die jungen Leute über den Freiwilligendienst längerfristig als Zeitsoldaten an die Armee zu binden. Motto: „Kannst du in sieben Monaten fürs ganze Leben lernen?“ „Die jungen Leute sollen die Bundeswehr austesten. Und dann überzeugen wir sie“, begründet ein Ministeriumssprecher die teure Kampagne.

 Zurzeit gibt es in der Bundeswehr rund 178000 Soldaten. Neben der Ministerin spricht sich auch der Wehrbeauftragte dafür aus, die Soll-Stärke von 185000 Soldaten anzuheben und die Bundeswehr zu vergrößern.

 Nach Aussetzen der Wehrpflicht sind auch bei der Marine die Personallücken gewachsen. In seiner Weihnachtsbotschaft zeigte der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, Verständnis für Frust in der Truppe. Die Belastungen seien sehr hoch, so Krause. „Wir arbeiten jeden Tag und Schritt für Schritt, um Entlastungen zu erreichen“, erklärte der Vizeadmiral. „Ich will Ihnen aber auch reinen Wein einschenken. Nächstes Jahr wird es nicht wesentlich leichter.“

 Von Jörg Köpke und Frank Behling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3