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Neue Strategien gegen Fachkräftemangel

Initiative im Norden Neue Strategien gegen Fachkräftemangel

Mit neuen Strategien versuchen Politik, Wirtschaft und Arbeitsagentur den drohenden Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein abzuwenden. Bis 2030 dürften voraussichtlich 100 000 Fachkräfte zusätzlich notwendig sein, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag in Kiel.

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Wirtschaftsminister Reinhard Meyer machte auf den Fachkräftebedarf aufmerksam.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Mit neuen Strategien versuchen Politik, Wirtschaft und Arbeitsagentur den drohenden Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein abzuwenden. Bis 2030 dürften voraussichtlich 100 000 Fachkräfte zusätzlich notwendig sein, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) am Montag in Kiel. Die Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“ fasste am selben Tag 16 Beschlüsse. So soll am Beispiel der Logistikbranche ein „Branchencheck“ entwickelt werden - als Analyse- und Beratungsinstrument auch für andere Branchen. Diese Aufgabe solle das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und Weiterbildung übernehmen.

Meyer betonte, die seit vier Jahren bestehende Initiative zeige erste Erfolge. Indikatoren hierfür seien die im Norden gestiegene Zahl an sozialversicherungspflichtigen Jobs und die höhere Erwerbstätigenquote der Frauen. Sie liegt inzwischen bei 70 Prozent.

Der Fachkräftemangel treffe besonders die Logistikbranche, das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie Pflegeberufe, sagte Meyer. Die Chefin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann, betonte: „Angesichts des demografischen Wandels müssen wir alle Potenziale entwickeln und nutzen.“ Dazu gehörten auch die Flüchtlinge. Rund 1300 junge Flüchtlinge würden in diesem Jahr Berufsschulklassen verlassen. Für alle bestehe ein Anschlussangebot, mit dessen Hilfe sie in eine Ausbildung kommen könnten.

Haupt-Koopmann bezeichnete die jungen Flüchtlinge als „die Fachkräfte von übermorgen“. Auch Meyer warnte vor Illusionen: „Wer die Hoffnung hat, durch Flüchtlinge das Problem Fachkräftemangel zu lösen, der irrt. Das wird ein langer Weg.“ Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, Friederike Kühn, sagte: „Die Flüchtlinge sind für uns noch nicht in vollem Umfang sichtbar und stehen nicht zur Verfügung.“ Die Unternehmen stünden aber bereit.

Der Unternehmensverband UV Nord machte allen Menschen, die Arbeit suchen, Mut. „Es bewegt sich was auf dem Arbeitsmarkt, die Chancen für den Wiedereinstieg sind gegeben“, sagte UV Nord-Geschäftsführer Michael Fröhlich. Diese Kernbotschaft richte sich an Langzeitarbeitslose ebenso wie an Behinderte oder Frauen, die längere Zeit wegen der Kindererziehung nicht erwerbstätig waren.

Als überlebenswichtig für die Handwerksbetriebe bezeichnete Handwerkskammer-Präsident Jörn Arp die Gewinnung von Nachwuchskräften. Die duale Ausbildung müsse gestärkt werden. Besonders die Förderung der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung sei ein wichtiger Baustein.

„Gute Löhne sind das beste Argument, um Fachkräfte zu gewinnen“, meinte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. „Deshalb müssen die Sozialpartner im Norden die Tarifbindung erhöhen, noch liegt sie bei etwa 60 Prozent der Beschäftigten.“

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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