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Land macht Polizisten fit für den Job

Neue Trainingshalle Land macht Polizisten fit für den Job

Die Bagger können rollen: 8,2 Millionen Euro investiert das Land Schleswig-Holstein in den Bau einer Einsatztrainingshalle auf dem Gelände der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin. Bis zum Frühjahr 2018 soll der 3100 Quadratmeter große Bau fertig sein.

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Fertig für den großen Wurf, v.li.: Landespolizeidirektor Ralf Höhs, Polizeidirektionsleiter Aus- und Fortbildung Jürgen Funk, Innenminister Stefan Studt und GMSH Geschäftsführer Frank Eisoldt beim symbolischen Spatenstich für die neue Einsatzübungshalle In der Eutiner Polizeischule.

Quelle: Dirk Schneider

Eutin/Kiel. „Regelmäßiges Einsatztraining ist eine wesentliche Voraussetzung für professionelle Polizeiarbeit, wofür wir aber angemessene Bedingungen benötigen“, sagte Innenminister Stefan Studt am Dienstagmittag beim traditionellen ersten Spatenstich. Bislang habe man auf provisorische Lösungen bei der Ausbildung von Anwärtern setzen müssen, um diese auf bestimmte Situationen bei Einsätzen vorzubereiten. Das werde sich künftig grundlegend ändern: „Die neue Einsatztrainingshalle wird kein Fließbandbau, das wird etwas Einzigartiges“, so Studt.

2009 war erstmals über den Bau diskutiert worden, 2013 dann eine Projektgruppe eingerichtet. Nun beginnt die zweijährige Bauphase. „Die neue Einsatztrainingshalle wird sich aus zwei Gebäudeteilen zusammensetzen und auf einer Fläche von 3100 Quadratmetern über zwei Geschosse plus Dachgeschoss verfügen“, sagte Frank Eisoldt, Geschäftsführer des Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH). In einem Gebäudeteil sollen Besprechungszimmer, Büros, Unterrichtsräume und Umkleiden untergebracht werden. Der andere Gebäudeteil wird aus einer zweigeschossigen Halle bestehen: „Dort sollen unterschiedliche Szenarien eingerichtet werden, damit die Polizisten regelmäßig wiederkehrende Situationen trainieren können“, sagte Eisoldt. Dazu gehört beispielsweise eine voll funktionsfähige Polizeidienststelle, um dort den Transport von Personen aus dem Funkstreifenwagen zur Dienststelle zu üben oder den Umgang mit hilflosen Personen. „Außerdem werden unter anderem eine Gaststätte, eine Bank und ein Klassenzimmer eingerichtet, wo die Verfolgung von Verdächtigen oder das Beenden einer Geiselnahme geübt werden kann“, berichtete Studt. Wie wichtig solche Trainingseinheiten seien, das hätten die Ereignisse der vergangenen Wochen gezeigt.

Ein buntes Trainingsfeld

In einer Sporthalle sollen die Einsatzkräfte künftig in Einsatzkleidung Selbstverteidigungs-Trainings absolvieren. Schließlich wird eine befahrbare Freifläche angelegt werden, um bestimmte Szenarien mit Fahrzeugen zu trainieren, dazu gehöre das Anhalten von Autos, Festnahmetechniken im Fahrzeug oder Rockerkontrollen. „Damit die Polizisten Deeskalation und Prävention wirklichkeitsgetreu trainieren können, haben wir alles so realistisch wie möglich geplant“, versicherte Eisoldt. Dafür habe sich die Projektgruppe bei vergleichbaren Einrichtungen der Polizei in Deutschland und im Ausland informiert.

„Erfahrungen beim taktischen Vorgehen in polizeilichen Alltagssituationen und Sonderlagen zu sammeln, das wird ein Qualitätssprung in der praktischen Aus- und Fortbildung unserer Beamten“, sagte Jürgen Funk. Der Leiter der Polizeidirektion betonte, wie wichtig regelmäßiges Sicherheitstraining sei. „Kein Einsatz ist mit einem anderen vergleichbar, jede Lage ist einzigartig.“ Studt versicherte: „Alles, was zur Verbesserung des Schutzes der Polizisten notwendig ist, wird auch angeschafft – auch in knappen Haushaltslagen.“

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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