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Mauschel-Affäre: Klömmer tritt zurück

Nord-CDU Mauschel-Affäre: Klömmer tritt zurück

Der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing hat in der Mauschel-Affäre die Kurve gekriegt. Nach einem Gespräch mit Parteifreund Thomas Klömmer verzichtete der Lokalpolitiker auf seine umstrittene Kandidatur für den Landtag. Genau das hatten immer mehr CDU-Politiker mit Blick auf die wachsende Unruhe in der Partei angemahnt und Liebing dabei mangelnde Führungsstärke vorgeworfen.

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Nach dem Ärger in der Union über die Kandidatenaufstellung zur Landtagswahl im Wahlkreis Dithmarschen-Schleswig hat CDU-Politiker Thomas Klömmer Konsequenzen gezogen.

Quelle: Kai Westensee/ Archiv

Kiel. Am Donnerstag lieferte Liebing. „Ich begrüße die Entscheidung von Thomas Klömmer, seine Kandidatur im Wahlkreis Dithmarschen/Schleswig zurückzuziehen und somit den Weg für einen Neustart frei zu machen.“ Liebing bedankte sich zugleich bei allen Beteiligten für die „konstruktiven Gespräche“ in den vergangenen Tagen. Dem Vernehmen nach glühten die Telefondrähte, weil Klömmer zunächst nicht weichen wollte. Der Sinneswandel geht nach Einschätzung aus Parteikreisen auch auf das Konto der beiden CDU-Kreisvorsitzenden Volker Nielsen (Dithmarschen) und Johannes Callsen (Schleswig-Flensburg).

Schlagzeilen hatte Klömmer zunächst gemacht, weil der Bürgermeister von Erfde vor zwei Wochen auf der Wahlkreisversammlung in Pahlen mit der Schulpolitikern Heike Franzen eine der wenigen Frauen in CDU-Spitzenpositionen ausgebootet hatte. Erst kurz danach wurde bekannt, dass Klömmer bis zu 80 der mehr als 500 CDU-Mitglieder bei der Versammlung auch über den Internetdienst Whatsapp geworben haben soll – und das wohl auch mit dem Hinweis auf einen bald möglichen Wiederaustritt. „Ich bedaure den Eindruck, der durch meine Whatsapp entstanden ist“, sagte der Lokalpolitiker am Donnerstag. Mit seinem Rückzug wolle er „einen eigenen Beitrag für die Glaubwürdigkeit der CDU und die politische Kultur leisten“.

Werbung von Neumitgliedern

Zur Belastung für die Landespartei und Liebing wurde die Mauschelei in Pahlen, weil nicht nur Klömmer unter fragwürdigen Umständen Neumitglieder warb. Ein Anhänger von Franzen, der Multifunktionär Timo Kux, soll in der Umkleidekabine einer von ihm gesponserten Fußballmannschaft ebenfalls auf Mitgliederjagd gegangen sein. Kux legte seine Polit-Ämter, darunter den CDU-Vorsitz im Kreistag, bereits am Mittwoch nieder und erhöhte so den Druck auf Klömmer. Am Donnerstag überschlugen sich dann die Ereignisse. In der CDU mehrten sich hinter den Kulissen die Forderungen nach einer Sondersitzung des Landesvorstands und einem Machtwort Liebings.

Im Wahlkreis Dithmarschen/Schleswig geht die Kandidatenkür nun in eine neue Runde. Klömmer will sich nicht erneut bewerben, auch Franzen steht nicht zur Verfügung. Offen ist, ob die CDU Lehren aus Pahlen zieht, etwa bei der Kür von Kandidaten nur Mitglieder mitstimmen lässt, die der Partei eine gewisse Zeit angehören.

„Wir müssen Wege finden, dass sich so was wie in Pahlen nicht wiederholen kann“, sagte CDU-Schatzmeister und Fraktionsmanager Hans-Jörn Arp. Der Landesvorsitzende solle dazu Vorschläge machen. Liebing hat derweil ein anderes Problem. Seine Kandidatenkür in Nordfriesland musste verschoben werden, weil aufgrund eines Computerfehlers bei CDU-Ehepaaren nur der Mann eine Einladung erhalten hatte.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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