12 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Opposition fordert Maßnahmen

Einbruchskriminalität Opposition fordert Maßnahmen

Die massiv gestiegene Einbruchskriminalität in Schleswig-Holstein schlägt politisch hohe Wellen. CDU und FDP fordern, mehr Polizisten dafür einzusetzen. Der Landtag debattiert nächste Woche darüber. Innenminister Studt will vorab am Mittwoch Position beziehen.

Voriger Artikel
Chancen für Flüchtlinge auf dem Land
Nächster Artikel
In Kiel gebautes U-Boot erreicht Israel

Laut Gewerkschaft der Polizei sind die Einrbruchszahlen im Winter drastisch gestiegen.

Quelle: Beate König

Kiel. Die Opposition hat die schleswig-holsteinische Landesregierung wegen der drastisch gestiegenen Wohnungseinbrüche und einer rückläufigen Aufklärungsquote zum Handeln aufgefordert. „Eine um rund 50 Prozent gestiegene Zahl von Wohnungseinbrüchen und eine Aufklärungsquote von nur etwa zehn Prozent seien nicht hinnehmbar“, sagte der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing am Dienstag in Kiel. „Angesichts der dramatisch gestiegenen Zahl der Einbruchsdelikte in den vergangenen Monaten muss die Landesregierung endlich eine personell und technisch starke Task Force einrichten“, forderte Liebing in einem Sofortprogramm zur Inneren Sicherheit.

Eine viel zu dünne Personaldecke der Polizei im Bereich Einbruchskriminalität kritisierte auch die FDP. Im Laufe des Jahres 2015 seien rund 500 Polizeimitarbeiter fürs Flüchtlingsmanagement abgezogen worden, dies müsse korrigiert werden, sagte der FDP-Innenpolitiker Ekkehard Klug am Dienstag. Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte wie die politische Opposition, dass auf dem Lande in mehreren Kreisen Polizeidienststellen geschlossen und die sichtbare Polizeipräsenz damit erheblich gesunken sei.

Innenminister Stefan Studt (SPD) kündigte an, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit der Polizeiführung über die aktuelle Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen in Schleswig-Holstein zu informieren.

Der Landtag wird sich nächste Woche mit dem Thema befassen. Die CDU will einen Antrag einbringen mit konkreten Forderungen. Auf Wunsch der FDP wird die Landesregierung einen Bericht vorlegen.

Die offizielle Kriminalitätsstatistik 2015 dürfte erst im Frühjahr veröffentlicht werden. Für die Entwicklung bis Ende September legte die Landesregierung im Oktober einen Zwischenstand vor auf eine entsprechende Kleine Anfrage der FDP. Bis dahin waren bereits 5992 Einbrüche erfasst, die Aufklärungsquote lag nur noch bei 9,4 Prozent.

2014 hatte die Polizei laut Kriminalstatistik rund 7500 Wohnungseinbrüche bearbeitet, die Aufklärungsquote lag bei 12,6 Prozent. Die Quote sei 2015 auf etwa 10 Prozent gesunken, sagte GdP-Landesgeschäftsführer Karl-Hermann Rehr am Dienstag in Kiel der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich kritisierte Rehr, auf Hinweise der GdP bereits im Sommer 2015 auf einen massiven Anstieg der Wohnungseinbrüche habe die Politik nicht reagiert. Im Winter, der Hochsaison für Einbrüche, seien die Zahlen weiter gestiegen.

NDR 1 Welle Nord hatte bereits vergangene Woche mit Quelle Landespolizeiamt gemeldet, dass die Zahl der gemeldeten Einbrüche im November um 72 Prozent und im Dezember um 40 Prozent im Norden gestiegen seien — jeweils auf den Vorjahresmonat bezogen. Im November 2015 wurden demnach 1149 Einbrüche gemeldet und im Dezember 1309.

Für den erheblichen Anteil an den Wohnungseinbrüchen und für die steigenden Fallzahlen hat die Polizei überregional agierende Banden vom Balkan und aus dem osteuropäischen Raum verantwortlich gemacht. In Schleswig-Holstein verüben laut Rehr knapp 100 organisierte Banden Einbrüche. Eine zweite Tätergruppe seien Drogensüchtige, die sich Geld oder Wertgegenstände für den nächsten Schuss besorgen wollten.

Zur Frage, ob die gestiegene Zahl an Flüchtlingen 2015 ein entscheidender Grund für die Zunahme an Einbrüchen seien, sagte Rehtr. „Zumindest fallen beide Phänomene zeitlich zusammen.“ Denn Albaner-Banden gebe es schon seit vielen Jahren, sie seien keine Erklärung für den Anstieg. Die Polizei habe die Erfahrung gemacht, dass Einbrecher Flüchtlingsunterkünfte als Rückzugsgebiete nutzten, weil in Erstaufnahmen in der Regel nicht kontrolliert werde.

Das CDU-Sofortprogramm sieht auch eine engere Kooperation mit Hamburg und ein gemeinsames Lagezentrum vor. Ein gemeinsamer Ansatz zur Bekämpfung von Kriminalität in der Metropolregion fehle leider komplett und sei dringend notwendig, sagte Liebing.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Debatte
Foto: Legte den Richtern nahe, härtere Strafen zu verhängen: CDU-Nord-Chef Ingbert Liebing.

Der schleswig-holsteinische CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing hat Richtern nahegelegt, härtere Strafen zu verhängen. Die Nord-Grünem lehnen eine Verschärfung der Asylgesetzgebung strikt ab. Auch aus dem Justizministerium gab es Gegenwind für die Nord-CDU.

mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3