23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Habeck, Agrarwende und Flüchtlinge

Grünen-Parteitag in Lübeck Habeck, Agrarwende und Flüchtlinge

Auf dem Parteitag der Nord-Grünen am Wochenende geht es um Inhalte: um die Agrarwende, um Flüchtlinge, um Mobilität. Es geht bei verschiedenen Wahlen auch um Personen. Und es geht vor allem um eine Personalie.

Voriger Artikel
1,5 Millionen Euro für bessere Betreuung von Flüchtlingskindern
Nächster Artikel
Neumünster wählt seinen Oberbürgermeister

Nun ist die Katze aus dem Sack: Der Kieler Umweltminister Robert Habeck will auf die Bundesebene wechseln und zur Wahl 2017 Spitzenkandidat der Grünen werden.

Quelle: dpa

Lübeck. Und schon wieder geht es um das Personal: Nur wenige Tage, nachdem Umweltminister Robert Habeck seine bundespolitischen Ambitionen öffentlich gemacht hat, wählen die Grünen am Wochenende auf dem zweitägigen Landesparteitag in Lübeck ihren Landesvorstand neu. Während Amtsinhaberin Ruth Kastner auf dem Frauenplatz ohne Gegenkandidatin ist, muss sich Parteichef Peter Stoltenberg gleich zwei Herausforderern stellen: Ins Rennen gehen der langjährige Grüne und frühere Bundestagsabgeordnete Arfst Wagner sowie der Sprecher der Grünen Jugend, Lasse Petersdotter. Der 25-jährige Student und AStA-Chef der CAU ist erst seit zwei Jahren Parteimitglied und engagiert sich vor allem in der Hochschul-, Netz- und Flüchtlingspolitik. Petersdotter strebt einen besseren „Generationenmix“ bei den Grünen an und sieht Bedarf für „inhaltliche und personelle Alternativen“.

Der 61-jährige Wagner ist vor allem in der Sozialpolitik zu Hause. Der Befürworter des bedingungslosen Grundeinkommens will die Grünen „wieder näher an den Bürger heranführen“. Beide Bewerber werden dem linken Parteiflügel zugerechnet, haben gewichtige Unterstützer in der Grünen-Spitze und könnten auf dem Parteitag durchaus für eine Überraschung sorgen. „Das Rennen ist offen“, heißt es aus der Partei. Amtsinhaber Peter Stoltenberg sieht es gelassen: „Ich habe bislang vor allem intern gute Arbeit geleistet und würde das gerne fortsetzen.“ Er sei vor zwei Jahren angetreten, um das Profil der Partei zu schärfen und die Regierungsarbeit sowohl kritisch als auch loyal zu begleiten. Seine Chancen beziffert er selbst auf „Fünfzig zu Fünfzig“.

Doch auch Habeck wird auf dem Parteitag natürlich eine gewichtige Rolle spielen. Direkt nach dem Auftakt am Sonnabend will er den Delegierten noch einmal seine geplante Bewerbung für die Spitzenkandidatur im Bund erörtern. Anschließend kandidiert er für den Landesparteirat. Die Abstimmung dürfte auch zum Stimmungstest über den Umgang der Partei mit ihrem prominentesten Vormann geraten. Nachdem es zuletzt intern Kritik an Habeck gab, wird jetzt erwartet, dass sich die Reihen schließen. Am Sonntag wird der Minister dann auf den Gastbeitrag von Bauernverbandspräsident Werner Schwarz zur Agrarwende antworten. Es sei ein Thema, dass alle angeht, sagt Stoltenberg. Es komme den Grünen darauf an, klar zu machen, „dass wir mit allen Bauern sprechen“. Daher sei auch Schwarz eingeladen worden. Weitere inhaltliche Anträge werden sich unter anderem mit der Flüchtlingsthematik, der Mobilität und dem Meeresschutz befassen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Grüner Umweltminister
Foto: Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck äußert sich zu seinen politischen Zukunftsplänen.

Stolperstart in die Bundespolitik: Auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz gibt Umweltminister Robert Habeck Dienstagnachmittag das bekannt, was die Spatzen schon seit Wochen vom Landeshaus-Dach pfeifen. Der Vormann der Nord-Grünen will seine Partei in die Bundestagswahl 2017 führen und Deutschland am liebsten mitregieren. In Schleswig-Holstein drohen der Öko-Partei damit nachhaltige Personalquerelen.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr