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Land will mehr Einfluss auf die Uni-Medizin

Pläne zur Neuordnung Land will mehr Einfluss auf die Uni-Medizin

Die Regierung will die Hochschulmedizin in Kiel und Lübeck an die kurze Leine legen. Das geht aus einem Vorschlag zur Neuordnung der Uni-Medizin hervor.

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Die Regierung will die Hochschulmedizin in Kiel und Lübeck an die kurze Leine legen.

Quelle: Daniel Bockwoldt/ dpa (Archiv)

Kiel. Demnach soll das Land bei Konflikten zwischen den teils konkurrierenden Medizin-Standorten Kiel und Lübeck das letzte Wort haben. „Die Rolle des Landes soll gestärkt werden“, bestätigt Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer (SPD). Der Gesetzentwurf werde demnächst im Kabinett behandelt. Vorausgegangen war eine jahrelange Hängepartie. Die Regierung hatte bereits bei ihrem Start 2012 Reformpläne vorgefunden und die Hochschulmediziner seitdem mit Hinweis auf die komplexe Materie immer wieder vertröstet. Zuletzt musste die für Juni geplante Kabinettsbefassung abgeblasen werden, weil einige Ministerien querschossen.

Größter Knackpunkt ist die Absicht des Landes, seinen Einfluss auf die Hochschulen in Kiel und Lübeck sowie auf das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) auszubauen. Beispiel Hochschulmedizin: Die Medizinsparten der Unis sollen nur noch Geld erhalten, wenn sie mit dem Land Zielvereinbarungen abschließen. Beide Unis sollen zudem je vier Mitglieder in eine neuartige Medizinrunde schicken, um in Forschung und Lehre für Teamwork zu sorgen. Bei einem Patt soll das Wissenschaftsministerium „Entscheidungsrecht“ haben.

Land setzt auf Holding-Modell

Zündstoff steckt auch in der Umorganisation des UKSH, das mit den Hochschulen in Kiel und Lübeck die Krankenversorgung sicherstellt. Das Land setzt auf ein Holding-Modell, das von einem vergrößerten UKSH-Vorstand (fünf statt drei Mitglieder) geführt wird. Darunter stehen als „Campuszentren“ die Kliniken in Kiel und Lübeck. Sie sollen halbwegs autonom wirtschaften. Fischer dementiert auf Nachfrage allerdings, dass die 2003 vollzogene Fusion zum UKSH zurückgedreht werden soll. „Es wird keine Defusionierung geben.“

Die Kieler CAU und die Lübecker Medizin-Uni sind alarmiert. Sie hatten einen eigenen Reformentwurf, erarbeitet von einer Anwaltskanzlei, bei Fischer platziert. Nach Angaben des Ministeriums sei man der Vorlage nur „in einigen Punkten“ gefolgt. Ein Konflikt: Das Land will den Medizinausschuss abschaffen und die gut 120 Millionen Euro im Jahr über die neue UKSH-Holding an die Unis leiten. Dort wird befürchtet, das nicht alles Geld ankommt. CAU-Präsident Lutz Kipp formuliert es freundlicher: „Gesprächsbedarf besteht noch bei der Steuerung der Finanzströme.“

Die CDU schießt sich schon auf Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) ein. „Monatelang hat sie den Prozess verschleppt, eine Abstimmung mit anderen Ministerien und den entscheidenden Protagonisten hat nie stattgefunden“, bemängelt Oppositionsführer Daniel Günther. Die Reform werde jetzt vermutlich durchs Kabinett geschleust, „um Alheit eine weitere Blamage zu ersparen.“

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Ulf B. Christen zur UKSH-Reform

Die Regierung schlägt mit der späten Reform der Hochschulmedizin den richtigen Weg ein. Das Land muss seinen Uni-Medizinern und seinem Uni-Klinikum auf die Finger schauen und notfalls auch hauen können. Das geht nur, wenn die Politik den medizinisch-universitären Komplex stärker reguliert.

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