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Gab es Verfahrensfehler bei der Einstellung?

Polizeischule Eutin Gab es Verfahrensfehler bei der Einstellung?

Nach der plötzlichen Ablösung von Jürgen Funk als Leiter der Polizeischule in Eutin werden neue Vorwürfe laut, die angeblich zu dem Wechsel geführt haben sollen. Funk werden Fehler bei der Einstellung neuer Polizeianwärter angekreidet.

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Der Leiter der Polizeischule in Eutin, Jürgen Funk, wird jetzt Chef der Polizeidirektion Ratzeburg.

Quelle: Dirk Schneider

Kiel/Eutin. Neben der sogenannte WhatsApp-Affäre um zweifelhafte Chat-Nachrichten junger Polizeianwärter werden einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" zufolge Funk seitens der Landespolizeiführung und des Innenministeriums Verfahrensfehler bei der Einstellung des neuen Anwärter-Jahrgangs vorgeworfen. Demnach soll gegen das Gebot der Bestenauslese verstoßen worden sein, weil Teilergebnisse der Bewerber aus bestimmten Tests und Prüfungen beim Bilden der Endnote falsch gewichtet worden seien. Es hätten demnach junge Frauen und Männer einen der 400 Ausbildungsplätze bei der Landespolizei ergattert, die bei korrekter Anwendung der Vorschriften leer ausgegangen wären, schreiben die "Lübecker Nachrichten". Offenbar schließe man nicht aus, dass einige der abgewiesenen Bewerber jetzt dagegen klagen könnten.

Anzahl der Bewerber deutlich geringer

Nach Informationen von KN-Online aus Polizeikreisen stelle sich die Situation anders dar: Demnach sei im zweiten Halbjahr 2015 die Anzahl der Bewerber für das Ausbildungsjahr 2016 deutlich geringer und die Qualität der Bewerber spürbar schlechter gewesen als von der Werbe- und Einstellungsstelle der Landespolizei in Eutin gedacht worden war. Um den Bedarf an Nachwuchskräften zu decken, sei daher noch vor Bewerbungsschluss auch jungen Menschen eine Zusage gemacht worden, deren Prüfungsergebnisse nur durchschnittlich waren.

 "Nach Weihnachten 2015 bewarben sich dann plötzlich überraschend viele junge Frauen und Männer, deren Testergebnisse wiederum deutlich besser, sprich: überdurchschnittlich waren, so dass die Anzahl der Einstellungen nachträglich erhöht worden ist", so ein Polizei-Insider. Durch diese Maßnahme habe man verhindern wollen, dass es möglicherweise zu Klagen kommen könnte. Die Rede ist von etwa 60 bis 70 zusätzlichen Ausbildungsplätzen.

Entscheidung wurde mit Höhs und Studt abgestimmt

Ein hochrangiger Polizeibeamter versicherte KN-Online, dass diese Entscheidung "transparent" getroffen worden sei. Mehr noch: "Diese Entscheidung war abgestimmt worden mit Landespolizeidirektor Ralf Höhs, Innenminister Stefan Studt unter Beteiligung des Finanzministeriums, der Staatskanzlei und dem Kabinett." Der Experte weiter: "An diesem Vorgehen gibt es nichts, was Jürgen Funk zur Last gelegt werden könnte."

Immer unwahrscheinlicher erscheint auch die offizielle Sprachregelung des Landespolizeiamtes zu sein, nach der es sich bei dem Wechsel um eine "routinemäßige Rotation von Behördenleitern" handeln soll. Funks designierter Nachfolger Michael Wilksen war erst vor einem Jahr zum Leiter der Polizeidirektion Ratzeburg berufen worden.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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