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Rot-Grün auf der Kippe

Bremen Rot-Grün auf der Kippe

Zwar hat die SPD die Wahl in Bremen gewonnen, dennoch mussten sie deutliche Verluste verzeichnen. Die Wähler trauen der Partei vor allem im Bereich Bildung weniger zu. Doch die CDU sei keine Alternative.

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Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Bremen. Die SPD hat den Wahlsieg in Bremen nach Ansicht von Wahlforschern vor allem Bürgermeister Jens Böhrnsen zu verdanken. Denn seiner Partei insgesamt trauen die befragten Wähler bei den Kernthemen wenig zu, wie eine Analyse der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen vom Sonntagabend zeigt.

Dass die SPD dennoch Wahlsiegerin ist, hat sie besonders der schwachen CDU zu verdanken, „die aufgrund inhaltlicher und vor allem personeller Defizite nicht als überzeugende Alternative zu Rot-Grün wahrgenommen wird“, erläuterten die Forscher. Sie interpretieren das Wahlergebnis fast hauptsächlich lokalpolitisch geprägt und nicht von der Bundespolitik dominiert.

SPD-Spitzenkandidat Böhrnsen sei abermals „zur geschätzten Integrations- und Identifikationsfigur avanciert“, erklärte die Forschungsgruppe. 65 Prozent aller Befragten wollten Jens Böhrnsen und lediglich 18 Prozent die CDU-Herausforderin Elisabeth Motschmann als Regierungschef/in. Für 70 Prozent mache Böhrnsen einen guten Job und nur für 21 Prozent einen schlechten.

Negativ schneiden SPD und Grüne ab, wenn es um die Bewertung der Kompetenzen geht. Beim für die Wähler wichtigsten Thema — Bildung und Schule — macht für 27 Prozent die SPD die beste Politik, den Grünen wird laut Befragung mit 11 Prozent weniger zugetraut. Die CDU kommt auf 23 Prozent. Bei der Finanzkompetenz rutscht die SPD hinter die CDU.

Laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der ARD waren nur noch 41 Prozent der Wahlberechtigten mit der rot-grünen Landesregierung zufrieden — ein im bundesweiten Vergleich sehr niedriger Wert. Nach den ersten Schätzungen wanderten die einstigen Wähler der SPD zum größten Teil zu den Nichtwählern ab (7500). Zudem verteilen sich weitere Wähler auf die CDU (5500), die FDP (2000) und die Linken (1500).

Als Faktor für den FDP-Erfolg sehen die Analytiker der Forschungsgruppe Wahlen die Spitzenkandidatin Lencke Steiner. Unter FDP-Anhängern entfalte sie Zugkraft, schreiben sie.

Die SPD schnitt laut Umfrageergebnissen relativ stark ab bei den 60- bis 69-Jährigen (40 Prozent) sowie den ab 70-Jährigen (43 Prozent). Bei der CDU sorgten vor allem die ab 70-Jährigen (32 Prozent) für den wieder zurückeroberten Vorsprung vor den Grünen. Bei den unter 60-Jährigen liegen die Grünen (19 Prozent) mit der CDU (18 Prozent) in etwa gleich auf. Die Linke kommt bei den 18- bis 29-Jährigen auf 13 Prozent. Die AfD bekommt in allen Altersgruppen ähnlich viel Zuspruch.

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