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Psychotherapeuten befürchten schlechtere Versorgung durch Gesetz

Gesundheit Psychotherapeuten befürchten schlechtere Versorgung durch Gesetz

Für Kassenpatienten in Schleswig-Holstein dürfte die bisherige Wartezeit auf eine Psychotherapie von durchschnittlich 29 Wochen in Zukunft noch steigen. Laut Psychotherapeutenkammer Schleswig-Holstein sind wegen eines geplanten Gesetzes allein im Norden 65 psychotherapeutische Kassensitze und damit fast 10 Prozent des derzeitigen Angebots akut gefährdet, warnte die Kammer am Montag in Kiel.

Kiel. Besonders betroffen seien Kiel und Lübeck sowie die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg.

Die Kammer kritisierte das geplante GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Wenn es in der jetzigen Form in Kraft trete, seien bundesweit mittelfristig fast 12 000 Arztsitze gefährdet. Davon seien zu 37 Prozent die Vertragspsychotherapeuten betroffen. "Keine andere Facharztgruppe wird absolut und relativ stärkere Einbußen zu verzeichnen haben." Die Bedarfszahlen für Psychotherapie seien 1999 vollkommen unrealistisch festgelegt worden. Die steigende Nachfrage nach Psychotherapie in der Bevölkerung werde von der Politik ignoriert. Gleichzeitig verzeichneten die Krankenkassen jährlich neue Rekordzahlen zu psychischen Erkrankungen.

dpa

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